29.07.2010 14:50
Die Internet Engineering Task Force (IETF) will ihr Standardisierungsverfahren beschleunigen. Auf ihrem 78. Treffen in Maastricht hat der IETF-Vorsitzende Russ Housley einen Vorschlag vorgestellt, das Verfahren zur Verabschiedung von Standards zu verkürzen. Statt der bislang drei Stufen, die ein Protokollvorschlag zu durchlaufen hat, soll es künftig nur noch zwei geben.
Bislang haben neue Protokolle die Stadien "Vorschlag" und "Entwurf" zu durchlaufen, bevor sie endgültig mit dem Prädikat "Full Standard" geadelt werden. Vor jedem Sprung müssen die Befürworter Implementierungen, "running code", nachweisen. Es kann Jahre dauern, bevor eine neues Protokoll IETF-Standard wird. Viele Vorschläge bleiben dabei auf der Strecke. Nach vielen Diskussionen darüber schlägt Housley nun vor, Protokolle direkt vom "Vorschlag" (Draft Standard) zum "Internet Standard" aufrücken zu lassen.
Sofern Implementierungen nachgewiesen werden können, müsste künftig auch keine Schonfrist von sechs Monaten mehr eingehalten werden. Theoretisch könnte damit ein neues Protokoll direkt Standard werden, wenn der Autor zu seinem Protokollvorschlag auch gleich einen Implementierungs-Bericht mit vorlegt und nachweist, dass das Protokoll mindestens mit einem weiteren Partner getestet worden ist. An den IETF-Arbeitsgruppen wird häufig sehr lange, manchmal sogar mehrere Jahre lang gearbeitet.
Der Sprung aus dem Stand direkt zum Standard ging einer Mehrheit der anwesenden 1200 IETF-Mitglieder dann aber doch zu schnell. Sie warnten davor, zu Gunsten der Geschwindigkeit auf eine differenzierte Überprüfung zu verzichten. Kritik kassierte Housley schließlich auch dafür, dass er nur seinen eigenen, gemeinsam mit dem für die Prüfung von Standardvorschlägen zuständigen Internet Engineering Steering Committee (IESG), erarbeitenden Vorschlag vorgestellt hat. Alternative Vorschläge wurden dagegen noch nicht diskutiert. Auch wenn der zweistufige Standardisierungsprozess die Zustimmung der meisten IETF-Teilnehmer findet, auch für die Verabschiedung der eigenen Regeln will sich die IETF lieber etwas mehr Zeit nehmen. (Monika Ermert)
/
(anw)
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Newsletter abonnieren
Eigentlich sollten IPv4 und IPv6 problemlos parallel funktionieren. Doch allerhand bekannte und bisher unentdeckte Programmierfehler können den Spaß verderben. Um zu probieren, ob das wirklich ein Problem ist, schaltet heise online für einen Tag IPv6 ein.
mehr…
Mit dem Spanning Tree Protocol (STP) machen Administratoren ihre Büronetze schon seit Jahren robuster gegen den Ausfall von Übertragungswegen. Doch die sekundenlangen Umschaltzeiten sind für industrielle Anwendungen viel zu langsam. Selbst der Nachfolger RSTP (Rapid STP) benötigt für das Umschalten bis zu einer halben Sekunde und genügt deshalb für viele industrielle Anforderungen noch nicht. Proprietäre Entwicklungen drücken die Reaktionszeit nochmals um eine Größenordnung.
mehr…
ONLINE MARKT
Werbung