19.12.2006 14:05
Die Erfolge der in Europa aktiven Anbieter von IT-Services im ersten Halbjahr 2006 zeigen, dass sich der Markt wieder erholt. Die Analysten von Pierre Audoin Consultants (PAC) erwarten, dass im laufenden Jahr voraussichtlich 11 der größten IT-Servicehäuser in der Region EMEA einen Umsatz von mehr als 2 Milliarden Euro erzielen werden – wobei im Einzelfall mögliche kaptive Umsätze unberücksichtigt bleiben.
Neben den fünf amerikanischen Anbietern IBM, Hewlett-Packard, EDS, Accenture und CSC werden die europäischen Dienstleister Capgemini, Atos Origin, T-Systems, SBS und LogicaCMG sowie die japanische Fujitsu Services die Umsatzmarke in diesem Jahr übertreffen. Dank der Übernahme von Unilog kann LogicaCMG im ersten Halbjahr auf den größten Zuwachs von 39 Prozent verweisen – das rein organische Wachstum liegt bei 5 Prozent.
Ebenfalls überdurchschnittlich zulegen konnten PAC zufolge auch Capgemini, Accenture und EDS. Wie die anderen großen Anbieter von Outsourcing-Dienstleistungen hatte insbesondere EDS zuletzt stark unter dem Trend zu kürzeren Vertragslaufzeiten zu leiden. Ein lukrativer Auftrag von Vodafone macht Hagen Rickmann, Geschäftsführer des Beratungsbereichs EDS Business Solutions, jedoch wieder zuversichtlich: "Wir wollen in Deutschland unter die Top 3."
Die deutsche Nummer eins, T-Systems, konnte trotz der Spekulationen um die Zukunft der Telekom-Tochter laut PAC ein Wachstum von 3 Prozent erzielen. Der externe IT-Umsatz stieg sogar um 9 Prozent. Maßgeblich dafür war allerdings die Übernahme von Gedas. Während der Großaktionär Blackstone einen Teilverkauf von T-Systems oder auch einen Zusammenschluss mit Atos Origin erwägt, will der Telekom-Vorstand davon nichts wissen. Den Konzern zu einer Einheit zusammenzuschmelzen, ist auch das erklärte Ziel des neuen Telekom-Chefs Obermann.
Rosigeren Zeiten sieht auch Siemens Business Services (SBS) entgegen, glaubt Christophe Châlons, Geschäftsführer von PAC Deutschland. Zwar musste der Dienstleister in seinem Ende September 2006 abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 4 Prozent hinnehmen, dies sei jedoch in erster Linie auf die Veräußerung des Unternehmensbereiches PRS (Hardware-Wartung und Support) an Fujitsu Siemens zurückzuführen. Nach der Ankündigung von Siemens-Chef Kleinfeld, SBS in den neu geschaffenen Bereich "Siemens IT Solutions and Services" (SIS) zu integrieren, seien auch die Spekulationen um die Zerschlagung beziehungsweise den Verkauf der Sparte ausgeräumt, betont Châlons.
Top-10-Anbieter von IT-Services Deutschland 2005
(Umsatz in Millionen Euro)
| Rang | Anbieter | Umsatz |
| 1 | T-Systems | 2.855 |
| 2 | IBM | 2.555 |
| 3 | SBS | 1.576 |
| 4 | HP | 1.528 |
| 5 | EDS | 733 |
| 6 | SAP | 694 |
| 7 | Accenture | 516 |
| 8 | Atos Origin | 484 |
| 9 | CSC | 428 |
| 10 | Computacenter | 323 |
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