06.01.2010 10:15
Das amerikanische Unternehmen Microvision hat im Vorfeld der CES in Las Vegas einen Laserprojektor im Kleinformat vorgestellt. Bereits vor drei Jahren waren erste Prototypen zu sehen, nun haben die Ingenieure den innovativen Projektor zur Serienreife gebracht. Der Minibeamer namens Showx wirkt auf den ersten Blick wie die bereits seit Längerem erhältlichen LED-Pico-Projektoren. Im Unterschied zu diesen muss man das Microvision-Gerät allerdings nicht scharf stellen, die Laserdioden werden so moduliert, dass trotz variablem Abstand zur Wand immer ein scharfes Bild entsteht. Das Fokussieren war bei allen bislang erhältlichen Pico-Beamern oft problematisch, weil man bei der Projektion "aus der Hüfte" ständig nachregulieren musste.
Der Showwx-Beamer liefert stets eine scharfe Projektion.
Wir haben den Showwx in Las Vegas kurz ausprobieren können: Das grundsätzlich scharfe Bild beeindruckt, positiv sind uns auch die brillanten Farben aufgefallen. Bei größeren Projektionsbildern (breiter als ungefähr 40 Zentimeter) sind allerdings Rasterlinien zu erkennen. Der Beamer erreicht eine Auflösung von 848 × 480 Pixeln. Der Lichtstrom liegt laut Microvision bei 10 Lumen – die Pico-Konkurrenz aus dem LED-Lager schafft genauso viel. Für echtes Heimkino reicht das natürlich nicht, bei gedimmten Licht sind aber durchaus Projektionsbreiten von einem Meter möglich. Bei Bürobeleuchtung stoßen die Pico-Projektoren schon bei Din-A4-Größe an ihre Grenzen.
Bilder nimmt der Showwx nur an seiner proprietären Schnittstelle entgegen, es sind aber diverse Kabel erhältlich, unter anderem für Zuspieler mit Composite-Ausgang (einige Handys) oder Apple-Mobilgeräte (iPod und iPhone).
Der Showwx-Projektor wird zwar auf der CES offiziell vorgestellt, ist aber kurioserweise bei Vodafone Spanien bereits für 289 Euro (ohne Mehrwertsteuer) erhältlich. In anderen Ländern soll der Minibeamer im März auf den Markt kommen. Langfristig will Microvision keine eigenen Geräte verkaufen, sondern ausschließlich die Projektionseinheit. Diese – genannt PicoP – besteht aus der Lichtquelle (roter, grüner und blauer Laser), dem Lichtmodulator, der die drei Strahlen zusammenführt und einem winzigen Ablenkspiegel. Dieser kann horizontal und vertikal ausgelenkt werden, wobei die eine Lageänderung elektromagnetisch und die andere elektrostatisch gesteuert wird. Außerdem muss noch ein IC für die Ansteuerelektronik her, die das ankommende Bildsignal für die Auslenkung des Spiegels und die Pulsung der Laserstrahlen aufbereitet.
Sicherheitsbedenken sind laut Microvision übrigens fehl am Platze: Die Projektionseinheit ist als Laser-Geräte-Klasse 2 klassifiziert – also ungefährlich für die Augen.
(jkj)
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