01.02.2012 15:20
Inkompatibel: Die 25. Transmediale zeigt Störungen im digitalen Alltag
My Generation von Eva und Franco Mattes zeigt mit Fundstücken aus dem Netz, dass Computerspiele weit mehr sind als bloße Freizeitunterhaltung.
Bild: Martin Genz, Tanja Lindner
Das Spannungsfeld zwischen kompatibel und inkompatibel untersucht das Kunstfestival Transmediale in Berlin bis 5. Februar. Störungen im digitalen Alltag von Menschen werden in 200 Projekten im Haus der Kulturen der Welt thematisiert.
In diesem Jahr werde "die dunkle Seite unseres technologisierten Lebens" gezeigt, sagt der künstlerische Leiter des Festivals Kristoffer Gansing zur Eröffnung am Dienstagabend. "Als inkompatible Wesen erforschen wir die Paradoxien der zeitgenössischen Netzkultur, -wirtschaft und -politik, ohne diese Spannungen notwendigerweise aufzulösen", gibt Gansing zu bedenken. Das Festival feiere Offenheit und Freiheit als eine Antithese zu den gegenwärtigen Krisen.
Ben Woodesons Stück aus der "Health & Safety Violation Series" stellt eine besondere Inkompatibilität dar: Ein Vorhang versetzt Besuchern leichte Stromstöße, wenn sie vom Pfad abweichen und an dessen physische Begrenzung stoßen. Die Installation des Briten sei "ein Zwischenraum, ein Bindestrich, in dem die Fragilität von Freiheit körperlich erfahren wird", so der Intendant des Hauses der Kulturen der Welt, Bernd Scherer.
Der Vorhang von Ben Woodeson gibt den Besuchern, die ihn berühren, einen kleinen Elektroschock.
Bild: Martin Genz, Tanja Lindner
Die Ausstellung "Dark Drives" zeigt mit 35 Kunstwerken und Alltagsobjekten auch die "dunkle Seite unseres technologisierten Lebens". Den Aktionen der Hacker-Bewegung widmet sich das Symposium "Hackerspaces" und das Video-Programm "Satellite Stories" untersucht die "Kompatibilität des Menschen mit den von ihm gestalteten Produkten".
Die Transmediale startete 1988 als Videofilmfest und blickt zum Jubiläum auch auf alte Werke zurück. Das Festival Club Transmediale bietet ein Musikprogramm, darunter in den Clubs Berghain und Horst Krzbrg. Einige Veranstaltungen werden auf der Website des Festivals per Livestream angeboten. (dpa)
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