22.09.2008 15:02
Investor drängt auf Umbau des Vorstands beim IT-Dienstleister Caatoosee
Nachdem Caatoosee-Gründer Guido Alt das Unternehmen zur Jahresmitte verlassen hat, sollen auf Drängen der Mehrheitsgesellschafterin Victory Industriebeteiligung AG auch Stefan Ahrens und Michael Grünschloß ihre Vorstandsposten räumen. Der österreichische Investor hält seit Ende November 2007 eine Mehrheitsbeteiligung an dem Leonberger IT-Dienstleister und hatte dem Vorstand die Entlastung für das vergangene Geschäftsjahr verweigert.
Die Caatoosee AG kämpfte in den vergangenen Jahren immer wieder mit rückläufigem Geschäft und wachsenden Verlusten. Durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen und die Neuaufstellung des ehemaligen Softwarespezialisten als IT-Serviceanbieter wollte Firmengründer Alt Caatoosee wieder auf Kurs bringen. Im ersten Quartal 2008 schaffte das Unternehmen dann auch einen leichten Umsatzzuwachs gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Obwohl Alt die Restrukturierung damit als abgeschlossen betrachtete, kündigte der Gründer und CEO im Juni seinen Ausstieg an – ohne dass zu diesem Zeitpunkt ein Nachfolger für die Unternehmensführung festgestanden hatte.
Die Halbjahresbilanz der Caatoosee AG fiel deutlich schlechter aus, als die Firmenleitung nach den ersten drei Monaten gehofft hatte. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 4 Prozent auf 9 Millionen Euro zurück. Einmalaufwendungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro ließen das Nettoergebnis einbrechen: Ende Juli stand somit ein Verlust von 1,8 Millionen Euro zu Buche. Auch für das Gesamtjahr erwartet der IT-Dienstleister ein negatives Ergebnis.
Der Aufsichtsrat berief nun Stefan Ahrens zum alleinigen Vorstand der Caatoosee AG, gab allerdings gleichzeitig bekannt, dass Ahrens nach acht Jahren im Unternehmen den IT-Dienstleister zum 31. Dezember 2008 verlassen werde – darauf hätten sich beide Seiten einvernehmlich verständigt. Das bisherige Caatoosee-Vorstandsmitglied Michael Grünschloß wurde mit sofortiger Wirkung von seinem Posten abberufen, soll stattdessen aber die operative Leitung der Tochtergesellschaft Teraport GmbH übernehmen. Teraport war mit der inzwischen ebenfalls von der Victory-Gruppe übernommenen ehemaligen Jenoptik-Tochtergesellschaft M+W Zander unter das Dach der Caatoosee AG gekommen.
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