30.06.2009 13:09
Japanische Forscher haben eine Technik entwickelt, bei der die Steuerung von Rollstühlen mit Hilfe von Hirnströmen in Echzeit möglich sein soll. In einer Mitteilung des Forschungsinstituts Riken BSI-Toyota Collaboration Center (BTCC) heißt es, das System analysiere Hirnströme innerhalb von 125 ms, konventionelle Methoden benötigten hierfür einige Sekunden. Die per Gedanken ausgelösten und von Elektroden am Kopf erfassten Befehle würden mit einer Genauigkeit von 95 Prozent umgesetzt. Das sei eine der höchsten Erkennungsraten der Welt. Ermöglicht wurde die Technik durch eine Kombination aus Rauschunterdrückung und Filterung von EEG-Signalen.
An dem 2007 gegründeten BTCC ist neben dem staatlichen Forschungszentrum Riken der Automobilkonzern Toyota mitsamt seiner Forschungsabteilung und das Genesis Research Institute beteiligt. Dort werden bereits Pläne entwickelt, die Technik für medizinische und pflegerische Zwecke einzusetzen. Während weiterer Forschungsarbeiten soll die Effizienz von Trockenelektroden verbessert und die Zahl der übermittelbaren Befehle erhöht werden. Die bisherigen reichen dafür, einen Rollstuhl nach links, geradeaus und rechts fahren zu lassen. Bislang habe sich die Forschung auf die Kontrolle durch "imaginäre Füße und Hände" konzentriert, heißt es weiter. Es sei aber auch denkbar, das System auf andere Arten von Hirnströmen anzuwenden, die sich auf verschiedene mentale Zustände und Gefühle beziehen. (Andreas Wilkens)
/
(anw)
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Newsletter abonnieren
Permalink: http://heise.de/-187886
Mehr zum Thema Wissenschaft
Maschinen-Megalomanie: Es sind erstaunlich kleine Dinge, die Großtechnologien zu Fall bringen.
Japans Fahrstühle gehören nicht nur zu den schnellsten der Welt. Sie fahren sogar so sanft, dass eine auf die Kante gestellte Münze nicht umfällt.
Was eine Zentralheizung wert ist, merkt man erst, wenn man anfängt, mit seinem Ofen zu sprechen.