17.01.2008 19:55
Forscher des Stammzellenunternehmens Stemagen (La Jolla) berichten in einer Online-Vorveröffentlichung der Zeitschrift Stem Cells, dass sie es erstmals geschafft hätten, menschliche Embryonen zu klonen.
Die Forscher haben von 3 jungen Frauen, die im Rahmen einer künstlichen Befruchtung behandelt wurden, 29 Eizellen als Spende erhalten. In die entkernten Zellen wurden die Zellkerne von Fibroblasten eingefügt, die zwei Männern entnommen worden waren. Bei der Hälfte sei eine frühe Teilung erfolgt, 5 Blastozyten (23 Prozent) hätten sich insgesamt entwickelt. Bei einem Blastozyten habe man durch Genanalyse, die von der Firma Genesis Genetics zur unabhängigen Verfikation durchgeführt wurde, nachweisen können, dass er geklont worden war, bei zwei anderen sei es ungewiss, weil die Genanalyse nicht richtig durchgeführt werden konnte. Die Wissenschaftler sagen dennoch, dass sie erfolgreich aus fast 10 Prozent der Eizellen geklonte Blastozyten erzeugen konnten.
Die Wissenschaftler des Unternehmens behaupten, sie hätten damit einen "wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von Patienten spezifischen embryonalen Stammzellen" erreicht. Bislang habe es noch niemand geschafft, menschliche Embryonen mit dem Verfahren des Nukleartransfers zu klonen und bis zu Blastozyten heranwachsen zu lassen.
Da die kürzlich demonstrierte Umprogrammierung von Körperzellen mithilfe von Retroviren erst an ihrem Anfang stehe und die Gefahr mit sich bringe, dass dadurch Krebs entstehen könne, müsse man das Verfahren des Nukleartransfers, bei dem der Kern einer menschlichen Körperzelle in eine entkernte menschliche Eizelle eingebracht wird, noch weiter verfolgen, heißt es in einem Kommentar, der in Stem Cells Express zum Beitrag der Stemagen-Wissenschaftler veröffentlicht wurde.
2004 hatte der südkoreanische Wissenschaftler Hwang Woo-suk mit seiner Behauptung Aufsehen erregt, menschliche Embryonen geklont zu haben. Später stellte sich heraus, dass es sich um einen Betrug gehandelt hatte. Der spektakuläre Fall hatte auch den renommierten Wissenschaftsjournalen geschadet, da der Artikel von Hwang Woo-suk in der Zeitschrift Science erschienen war und groß angekündigt wurde. 2006 zog Science den Artikel zurück.
Siehe dazu auch in Telepolis:
(fr)
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