21.10.2007 13:44
Kanada erlaubt Abgaben auf kommerzielle Musikdownloads
Das Copyright Board of Canada (CBC) räumt der kanadischen Verwertungsgesellschaft Society of Composers, Authors and Music Publishers of Canada (SOCAN) das Recht ein, von jedem verkauften digitalen Musikstück eine Abgabe von 3,1 Prozent zu erheben. Das geht aus einer Entscheidung (PDF-Datei) von dieser Woche hervor. Für ein Musikstück, das als Teil eines Bundles beziehungsweise Albums erworben wird, soll mindestens 1,5 Cent, für ein einzelnes Stück 2,1 Cent fällig werden, auf Musik-Abonnements 5,7 Prozent der Abo-Gebühr. Weiter hat das CBC für On-Demand-Streams eine Abgabe von 6,8 Prozent abgesegnet.
Die Regelung soll rückwirkend bis in das Jahr 1996 gelten, als die SOCAN erstmals die Einführung von Urheberrechtsabgaben auf Musikdownloads gefordert hat. Seitdem hatte die Gesellschaft nach eigenen Angaben jedes Jahr beim Copyright Board vorgefühlt. Für die rückwirkende Zahlung der Abgaben hat der Anbieter Puretracks laut einem Bericht auf Canada.com Rücklagen gebildet. The Globe and Mail berichtet, in diesem Jahr würden voraussichtlich in Kanada 225.000 Musikstücke online erworben, dadurch ergebe sich eine Gesamtabgabe von 7000 kanadischen Dollar.
Eine ebenfalls lang erwartete Entscheidung über die Abgaben für Internet-Radiostationen hat das CBC noch nicht mitgeteilt. Eine von dem Gremium Ende 2003 eingeführte Pauschalabgabe für MP3-Player wurde im Dezember 2004 von einem Berufungsgericht für unzulässig erklärt, die Entscheidung hatte vor dem obersten kanadischen Gericht im Juli 2005 Bestand. Auf unbespielte CDs wird in Kanada eine Abgabe von 21 Cent je Stück erhoben. Ein Vorstoß der SOCAN, Internet Service Provider für den von Urheberrechtsinhabern nicht genehmigten Download von Musikstücken zu belangen, scheiterte im Juni 2004 vor dem Supreme Court.
(anw)










