30.11.2006 14:30
Kein iPod für Kim Jong Il
Die US-amerikanische Regierung hat gestern Maßnahmen zur Umsetzung der Resolution 1718 des UN-Sicherheitsrates gegen Nordkorea angekündigt. Demnach soll die bisher schon bestehende Ausfuhrsperre auf Luxusgüter erweitert werden. Davon betroffen sein könnten laut US-amerikanischen Medienberichten beispielsweise der Hightech-Roller Segway und der mobile Musikplayer iPod. Die konkrete Embargoliste will das US-Handelsministerium demnächst veröffentlichen.
Die UN-Resolution wurde kurz nach dem nordkoreanischen Atombombenversuch vom 9. Oktober gefasst. Handelsminister Carlos Gutierrez erläutert zu den Umsetzungsplänen, das nordkoreanische Regime protze mit Kognak und Zigarren, während das Volk hungere. Diese und andere Güter würden mit einem Bann belegt, denn sie würden nur der Regierungselite des Landes zugute kommen. Nahrungsmittel und pharmazeutische Produkte seien nicht von dem Embargo betroffen. Bisher liefern die USA nach Nordkorea bereits keine Waren, die beispielsweise der Weiterverbreitung von Atomwaffen oder anderen militärischen Zwecken dienen können.
Über den Lebensstil des Vorsitzenden der Nationalen Verteidigungskommission von Nordkorea Kim Jong Il und seiner Entourage wird in Medienberichten viel spekuliert. In Kims Fundus sollen sich etwa 10.000 Filme befinden, darunter Hollywood-Produktionen wie In the Line of Fire und Bodyguard. Ob der Sohn des ewigen Präsidenten Kim Il Sung bereits einen iPod besitzt, ist nicht bekannt, zumindest soll er ein Faible für Hightech-Produkte haben.
Unterdessen berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap, nach Gesprächen des nordkoreanischen Unterhändlers Kim Kye Gwan mit Vizeaußenminister Christopher Hill in in Beijing seien Hoffnungen genährt worden, die bisher ergebnislosen Sechs-Länder-Gespräche über nukleare Abrüstung könnten noch im Dezember fortgesetzt werden. Der Unterhändler habe gesagt, sein Land könne zu jeder Zeit teilnehmen. Es habe alle Maßnahmen getroffen, um den UN-Sanktionen zu entgehen. Von nordkoreanischer Seite liege noch keine Reaktion zu einer Forderungsliste der USA vor, nach der unter anderem der Betrieb eines Reaktors in Yongbyon nahe Pjöngjang gestoppt werden soll.
(anw)