23.11.2009 15:05
Rund zwei Wochen vor dem Beginn der internationalen Klimakonferenz COP 15 in Kopenhagen hat ein Fall von Datendiebstahl für neue Diskussionen um die Klimaforschung gesorgt. Hacker hatten sich nach verschiedenen Medienberichten vor kurzem Zugang zu den Rechnern der University of East Anglia verschafft und Hunderte von alten E-Mails sowie Forschungsergebnisse der East Anglia‘s Climatic Research Unit (CRU) erbeutet. Das rund 61 Megabyte umfassende Datenpaket wurden postwendend zusammen mit einer anonymen Erklärung im Internet veröffentlicht, in der es heißt, die Klimaforschung sei zu wichtig, als dass man die Dokumente in der momentanen Situation unter Verschluss halten könne.
Auf den ersten Blick enthält das Material keine Sensationen, ist aber unter Umständen geeignet, Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Klimaforscher aufkommen zu lassen: Ein Forscher soll beispielsweise stolz berichtet haben, er habe einen Trick gefunden, um Daten so darzustellen, dass sie eine dramatische Klimaänderung zeigen würden. Die Bemerkung des Kollegen beziehe sich jedoch mehr auf ein „technisches Verfahren“ als auf eine Manipulation, erklärte der Klimaforscher Michael Mann gegenüber der New York Times.
Man ist in dieser Frage allerdings ein gebranntes Kind: Die Gewichtung von indirekten Messwerten wie etwa dem Wachstum von Baumringen, die wiederum Rückschlüsse auf Paläo-Klimadaten zulassen, hatte in der Vergangenheit immer wieder zu wissenschaftlichen Diskussionen geführt – zuletzt hatte es 2005 heftigen Streit um das von ihm veröffentlichte sogenannte Hockeyschläger-Diagramm gegeben, das zeigen soll, dass wir uns auf eine historisch einmalige Warmzeit zubewegen. Die große Mehrheit der Klimawissenschaftler ist jedoch der Meinung, dass diese Diskussion nichts an der Gewissheit ändere, dass es eine von Menschen gemachten Klimaveränderung gebe.
Zu den E-Mails und Dokumenten der CRU und zu der Auseinandersetzung um die Klimaforschung:
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