13.10.2008 13:30
"Knallharte Themen" und kaum Komödien gibt es beim diesjährigen internationalen Hörfunk- und Fernsehwettbewerb "Prix Europa", der an diesem Samstag im Haus des Rundfunks am Berliner Funkturm beginnt. Die Veranstalter sprechen vom "wichtigsten europäischen Branchentreff für Qualitätsmedien aus Fernsehen, Radio und multimedialen Portalen" mit über 1000 Teilnehmern. Sie begutachten bis zum 25. Oktober 213 Produktionen aus 31 Ländern.
"Es gibt eine wachsende Bereitschaft in den Rundfunk- und Fernsehanstalten, das wahre Leben zu Wort kommen zu lassen, nicht wegzuschauern, auch wenn es weh tut", erklärt Festivalleiterin Susanne Hoffmann zum Wettbewerbsprogramm. Viele Produktionen spielen vor dem Hintergrund zeitgeschichtlicher Ereignisse. So ist auch die deutsche Produktion "Willkommen zuhause" über einen aus Afghanistan heimkehrenden Bundeswehrsoldaten im Wettbewerb, deren Ausstrahlung die ARD soeben auf Januar 2009 verschoben hat. Das georgische Hörspiel "Kaleidoscope or Before the Examination" handelt von den psychischen und gesellschaftlichen Folgen des Krieges in Abchasien Anfang der 90er-Jahre.
Dafür gibt es auffallend wenig Krimis oder Verfilmungen von Literaturvorlagen. Persönliche Schicksale würden "behutsam und ohne jeden Voyeurismus" gezeigt, manchmal sogar von den direkt Betroffenen, zum Beispiel in der Dokumentation "Elle s'appelle Sabine" von der französischen Schauspielerin Sandrine Bonnaire über ihre autistische Schwester oder im Film "NoBody's Perfect" des Regisseurs Nico von Glasow, der selbst vom Medikament Contergan geschädigt wurde. Bei einer der wichtigsten Sonderveranstaltungen des Festivals mit einer Diskussion über "Kulturradio – wozu und für wen?" nimmt unter anderem der österreichische Multimediakünstler und Entertainer André Heller teil. (dpa) / (dpa)
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(jk)
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