18.08.2010 08:31
Fenster sind die energetischen Lecks von Gebäuden. Auf thermografischen Aufnahmen leuchten sie rot auf, weil sie Wärme entweichen lassen. Umgekehrt heizt im Sommer das Sonnenlicht, das durch sie eindringt, Häuser auf. So genannte elektrochrome Fenster können dieses Leck stopfen, indem ihre Durchlässigkeit für Infrarotstrahlung elektrisch verändert wird. Bislang kosten solche "intelligenten" Glasscheiben allerdings knapp 10 Dollar pro Quadratmeter. Die US-Firma Soladigm will der Technologie nun mit einem billigeren Herstellungsverfahren und besseren Materialien zum Durchbruch verhelfen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Auch wenn Soladigm selbst noch keine konkreten Zahlen genannt hat, schätzen Experten, dass die Kosten dank des neuen Verfahrens auf ein Fünftel fallen könnten.
Das in Milpitas in Kalifornien ansässige Unternehmen dampft auf einer Glasscheibe ein Sandwich aus fünf dünnen Schichten auf. Die Äußeren Schichten bestehen aus einem transparenten, elektrisch leitfähigen Film aus Eisenoxid. Dazwischen liegen eine ionenspeichernde Schicht, eine Elektrolytschicht und die eigentliche elektrochrome Schicht. Eine zweite Glasscheibe schließt das Material-Sandwich ein und schützt es vor der Witterung.
Legt man nun eine niedrige Spannung an die Eisenoxid-Schichten an, lösen sich Ionen aus der Speicherschicht und wandern durch die Elektrolytschicht in die elektrochrome Schicht. Deren Material ändert im Zusammenspiel mit den Ionen seine Eigenschaften: Je nach verwendetem Stoff reflektiert oder absorbiert es einfallendes Licht stärker als vorher. Bei diesem Vorgang verdunkelt sich das Glas leicht. Kehrt man die Spannungsrichtung um, bewegen sich die Ionen wieder zurück in die Speicherschicht – das Fenster hellt sich wieder auf.
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