19.04.2011 09:23
Wie lebt es sich auf einem Planeten, der von zwei oder mehr Sonnen beschienen wird? Was in Science-fiction-Filmen ein beliebtes Motiv ist, um mit einem Bild die Fremdheit einer Welt zu vermitteln, hat Jack O'Malley-James zum Thema seiner Dissertation gemacht. Erste Ergebnisse stellt der Astronom heute auf der Jahrestagung der Royal Astronomical Society in Llandudno, Wales, vor.
In einem System mit mehreren Sternen gäbe es entsprechend mehrere Energiequellen, um Fotosynthese voranzutreiben, sagt O‘Malley-James. "Die Temperatur eines Sterns bestimmt seine Farbe und damit die Farbe des Lichtes, das für die Fotosynthese genutzt wird. Je nach Farbe des Sternenlichtes würden sich Pflanzen ganz unterschiedlich entwickeln." Für seine Forschungen hat er die Strahlungsumgebungen von sonnenähnlichen Sternen und roten Zwergen (Spektraltypen G und M) simuliert, die sich in Doppelsternsystemen eng oder in größerem Abstand umkreisen. Außerdem zog er die Variante eines Dreifachsystems in Betracht mit zwei dicht beieinander liegenden Sternen und einem weiter entfernten.
"Unsere Simulationen legen nahe, dass Planeten in Multisternsystemen exotische Formen der uns vertrauten Pflanzen beherbergen könnten", meint O‘Malley-James. "Pflanzen unter schwachen roten Zwergsonnen zum Beispiel könnten für unsere Augen schwarz erscheinen, weil sie das gesamte Spektrum absorbieren, um von dem verfügbaren Licht so viel wie möglich zu nutzen. Sie mögen auch in der Lage sein, infrarote oder ultraviolette Strahlung für die Fotosynthese zu nutzen. Auf Planeten, die zwei Sterne wie unsere Sonne umkreisen, könnte die starke Strahlung von Sonneneruptionen Pflanzen hervorbringen, die einen eigenen UV-Schutz erzeugen oder Mikroorganismen, die auf solche Eruptionen rasch reagieren." (Hans-Arthur Marsiske)
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(jk)
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