12.09.2009 14:59
MDR verschätzt sich bei Kosten für Online-Portal
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat die Kosten für ein neues Internetportal des Kinderkanals Ki.Ka für Vorschulkinder nach Angaben des Magazins Der Spiegel viel zu niedrig angesetzt. "Um ein Portal zu entwerfen, das höchsten medienpädagogischen Ansprüchen gerecht wird, müsste der Ki.Ka eine zweistellige Millionensumme investieren", zitiert die Zeitschrift aus einem Gutachten, das der MDR beim Adolf-Grimme-Institut in Auftrag gegeben habe. Der Sender habe aber nur mit einem Finanzbedarf von 320.000 Euro im Jahr kalkuliert. Eine MDR-Sprecherin teilte auf Anfrage am Samstag mit, der Sender kenne das Gutachten nicht.
Der seit 1. Juni dieses Jahres geltende 12. Rundfunkänderungs-Staatsvertrag verpflichtet die öffentlich-rechtlichen Anstalten, die Online-Angebote einem Drei-Stufen-Test zu unterziehen. "Während des laufenden Verfahrens äußern wir uns weder zu beim Rundfunkrat eingegangen Gutachten noch zu Stellungnahmen Dritter", teilte der Vorsitzende des MDR-Rundfunkrates, Karl-Heinz Ducke, mit. Das Ergebnis der Prüfung werde am 21. September 2009 bekanntgegeben.
Für vergleichbare Online-Angebote privater Kindersender würden von Experten allein 1,5 Millionen Euro Grundkosten angesetzt, schreibt Der Spiegel. Schon die Entwicklung "eines Spiels, das gleichermaßen intelligent wie anspruchsvoll ist", koste laut Grimme-Institut 200.000 Euro. "Wir werden nicht mehr als die beantragte Summe ausgeben und sind sicher, dass das ausreicht", sagte dagegen Ki.Ka-Programmchef Steffen Kottkamp dem Magazin. (dpa) / (Holger Bleich)
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(hob)













