20.06.2008 16:17
Eine weitere Stufe der bereits vor Monaten gestarteten Massenmahnung hat die Kanzlei von Katja Günther in den vergangenen Tagen gezündet. Als Folge davon fielen zahlreiche Empfänger aus allen Wolken, als sie E-Mails mit Betreffzeilen wie "ANWALTLICHE MAHNUNG / AZ [...] / Online Content LTD." in ihren Eingangsordnern vorfanden. Die HTML-Mails sind mit einem individualisierten Link zum Abrufen der eigentlichen Mahnung ausgestattet sowie mit Web-Bugs, die eine genaue Analyse des Lese- und Weiterleitungsverhaltens der Empfänger ermöglichen.
Die professionelle Gestaltung war zugekauft: Mit Emarsys hatte Günther einen Mailing-Dienstleister dafür eingespannt, die Massenmahnungen zu versenden. Emarsys zählt unter anderem eBay zu seinen Kunden. Wer die Dienste eines solchen Unternehmens in Anspruch nimmt, kann sich der bevorzugten Behandlung seiner Aussendungen sicher sein. Web.de etwa betreibt für Emarsys-Aussendungen eigene Mailserver, die vor allem den Empfang der eBay-Newsletter abwickeln, aber in diesem Fall eben auch den Mahnspam entgegen nahmen.
Zu den Empfängern von Mahnungs-Mails mit aus der Luft gegriffenen Adressen gehört die iX-Redaktion, die den Versender darüber informierte. Laut Daniel Harari von Emarsys wurde der Versand von Günther-Mahnungen inzwischen gestoppt. Harari räumte gegenüber der iX ein, dass der Auftrag nicht ausreichend geprüft worden sei. Das Versenden von Mails an ungeprüfte Adressen verstoße gegen die Geschäftsbedingungen, rechtliche Schritte würden erwogen. Eine der Redaktion vorliegende Stellungnahme von Katja Günther lässt darauf schließen, dass Mahnungen vor allem an Phantasieadressen gingen, nämlich an solche, die zusammen mit nicht erreichbaren Postanschriften bei dubiosen kostenpflichtigen Internet-Angeboten eingetragen wurden.
(un)
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