12.09.2007 20:15
Der Viktoria-Krater ist mehr als 700 Meter breit und bis zu 70 Meter tief. [Bild: NASA]
Der Mars-Roboter Opportunity (Mars Exploration Rover B, MER-B) hat sich an Sol 1.291 nach seiner Ankunft auf dem Roten Planeten auf gefährliches Terrain begeben: Seit dem gestrigen Dienstag testet der sechsrädrige Rover die Einfahrt in den 70 Meter tiefen Victoria-Krater. Aus wissenschaftlicher Sicht ist der durch den Einschlag eines größeren Objekts entstandene Krater besonders interessant, weil sich darin geologische Strukturen untersuchen lassen, die weiteren Aufschluss über die Entwicklungsgeschichte des Mars geben könnten.
Das Kontrollteam des Jet Propulsion Laboratory (JPL) steuerte Opportunity, der den Victoria-Krater nach einer monatelangen Fahrt im Schneckentempo – in dreieinhalb Jahren legte der Rover etwas mehr als elf Kilometer zurück – im September 2006 erreicht hatte, unmittelbar an die Kante der Kraters und führte zunächst einige Rutschtests durch: Der Rover sollte mit allen sechs Rädern den inneren Kraterhang berühren und anschließend rückwärts über die Kante wieder herausfahren. Dabei stellten die Ingenieure fest, dass das Gefälle des inneren Kraterhangs an dieser Stelle offenbar doch größer ist als angenommen.
Vorsicht Rutschgefahr! Opportunity an der Kante des Victoria-Kraters [Bild: NASA]
Derzeit hängt der Mars-Rover auf der Kante: Die beiden vorderen Räder stehen im Krater, die hinteren ragen aus dem Krater heraus. "Wir werden auf Grundlage dieser Fahrt zunächst eine umfassende Beurteilung weiterer Schritte vornehmen", erklärte Rover-Projektmanager John Callas. Obwohl Opportunity ebenso wie Rover-Brüderchen Spirit (Mars Exploration Rover A, MER-A) die geplante Missionsdauer bereits weit überschritten hat, will die NASA auf jeden Fall verhindern, dass sich der Roboter in eine aussichtslose Lage manövriert.
Zuletzt hatten die beiden Mars-Rover einen der gewaltigen Staubstürme zu überstehen, die auf dem Mars immer wieder vorkommen und mitunter den ganzen Planeten einhüllen. Weil die Aufladung der Batterien per Solarenergie-Umwandlung nicht mehr möglich war, mussten sämtliche Aktivitäten wochenlang eingestellt werden. Spirit befindet sich weiterhin in der Nähe des Landeorts im Gusev-Krater, wo er nach Hinweisen auf ein früheres Gewässer sucht, was bislang aber erfolglos blieb. Opportunity soll künftig Gesteinsproben am Hang des Victoria-Kraters analysieren.
(pmz)
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