13.02.2007 12:07
Um mehr als 22 Prozent auf 42,8 Millionen Euro wird der Konzernverlust bei Maxdata im Jahr 2006 steigen. Gleichzeitig geht der Umsatz rund 20 Prozent zurück, auf knapp 525 Millionen Euro. Die vorläufigen Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr werfen kein gutes Licht auf den eingeleiteten Restrukturierungskurs des Monitor- und PC-Herstellers aus Marl. Nun hat Vorstandssprecher Thomas Stiegler auch noch den Geschäftsführer der Maxdata GmbH Dirk Quell verloren.
Quell hat das Unternehmen offiziell Ende Januar 2007 verlassen. Seine Nachfolge übernimmt Dr. Jürgen Schrief, der im Juli 2005 als Leiter Finance International zu Maxdata kam – diesen Posten wird er auch weiterhin bekleiden. Zudem wird der bisher für Produktion und Service verantwortliche Manager Reinhard Blunck den Konzern in Kürze verlassen, womit sich der Führungskräfteexodus bei Maxdata fortsetzt.
Stiegler hatte Anfang März 2006 die Verantwortung für die Restrukturierungsmaßnahmen übernommen und Jürgen Renz als Vorstand für Sales und Marketing sowie als Vorstandssprecher abgelöst. Personalabbau, drastische Kostensenkung und eine Neupositionierung mit gestärktem Vertrieb sollten Maxdata wieder auf einen profitablen Kurs zurückführen. Dabei galt auch der im Januar 2006 zum Geschäftsführer der Maxdata GmbH berufene Marcus Adä als Hoffnungsträger.
Der ehemalige Tech-Data-Deutschlandchef sollte die Verantwortung für Vertrieb und Marketing übernehmen, Dirk Quell stand ihm als kaufmännischer Geschäftsführer zur Seite. Während sich der Konzernvorstand zur Jahresmitte noch zuversichtlich zeigte, verließ Adä das Unternehmen schon im Herbst wieder und wechselte zum Münchener Broadline Distributor Ingram Micro. Zudem verlor Maxdata 2006 mit Thomas Müller den Chef seiner Monitorsparte Belinea.
Der Versuch, durch die Übernahme von Yakumo in den Consumer-Markt zu expandieren, scheiterte. Maxdata machte einen Rückzieher. Damit war der Konzern indes gut beraten, denn der Braunschweiger Elektronikhersteller steht mittlerweile vor der Geschäftsaufgabe.
Im Vorfeld der Bekanntgabe der Bilanz für das Geschäftsjahr 2006, die für den 2. März geplant ist, gerät Vorstand Thomas Stiegler weiter unter Druck. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Umsatz von Maxdata nahezu halbiert. Für den massiven Einbruch macht die Konzernführung in erster Linie die deutlich gesunkene Nachfrage nach PCs sowie deren Preisverfall verantwortlich. Bei den Monitoren der Marke Belinea konnte Maxdata den Absatz zwar weiter steigern, aber auch hier verhindern sinkende Verkaufspreise einen maßgeblichen Umsatz- oder gar Gewinnzuwachs.
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