24.11.2008 11:05
Microsoft-Chef soll im Sammelklageverfahren um "Vista Capable" aussagen
Die im Rechtsstreit zwischen unzufriedenen US-amerikanischen Vista-Nutzern und Microsoft zuständige Richterin Marsha Pechman hat angeordnet, dass Microsoft-Chef Steve Ballmer innerhalb von 30 Tagen vor Gericht aussagen muss. Der Konzern hatte beim Bundesbezirksgericht in Seattle eine Ablehnung des Antrags der Kläger zu erreichen versucht, doch Pechman meint, die Kläger hätten anhand eines E-Mail-Wechsels zwischen Ballmer und einem Manager des Konzerns ausreichend nachgewiesen, der CEO besitze möglicherweise für das Verfahren wichtiges Hintergrundwissen rund um die Vermarktung des aktuellen Betriebssystems. Das berichtet der Seattle Post-Intelligencer.
In dem Verfahren geht es um das Logo "Windows Vista Capable", das im Jahr 2006 auf Computern klebte, um noch vor Erscheinen des aktuellen Betriebssystems auszudrücken, dass die Geräte auch mit Vista lauffähig sind. Darauf hatte sich die US-Bürgerin Dianne Kelly verlassen, sie kaufte sich einen PC. Nach Erscheinen des neuen Betriebssystems hatte sich herausgestellt, dass zwar Windows Vista Home Basic auf ihrem Rechner läuft, nicht aber die Premium-Version mit den charakteristischen Neuerungen wie der Aero-Glass-Oberfläche. Im April des vorigen Jahres ging Kelly mit einem Antrag auf ein Sammelklageverfahren vor Gericht, da sie sich um das "wahre Vista" betrogen fühlte.
Im Verlauf des Verfahrens erhärtete sich der Verdacht, Microsoft habe mit reduzierten Logo-Anforderungen Intel helfen wollen. Intel-Chef Paul Otellini hatte mit einigen für das Vista-Logo-Programm zuständigen Microsoft-Mitarbeitern per Mail diskutiert und später seine Bedenken bezüglich des Logos sogar an Microsoft-CEO Steve Ballmer herangetragen. Wohl nur wenig später haben Microsoft-Manager durchgesetzt, dass die Richtlinien zur Nutzung des Logos heruntergeschraubt werden.
(anw)












