04.01.2012 15:40
Mit einer Abschiedstorte haben Microsoft-Mitarbeiter das Absinken des Internet Explorer 6 in die Bedeutungslosigkeit gefeiert. Statistiken von Net Applications zufolge ist der Marktanteil des inzwischen mehr als zehn Jahre alten Browsers in den USA auf weniger als ein Prozent geschrumpft. Noch vor einem Jahr waren 4,2 Prozent der 245 Millionen US-Internetnutzer mit dem IE6 im Netz unterwegs.
Schon seit geraumer Zeit bemüht sich Microsoft nach Kräften, das Erbe der veralteten Erfolgs-Software loszuwerden. So richtete das Unternehmen letztes Jahr einen "Internet Explorer 6 Countdown" ein, um Webentwickler zur Mithilfe beim Upgrade zu motivieren, und listet Länder mit einem IE6-Anteil von weniger als einem Prozent als "Champions". Zu diesen zählen außer den USA Norwegen, Finnland, Dänemark, Schweden, Österreich, Tschechien, Polen, die Ukraine, Portugal, die Philippinen und Mexiko. Update: Deutschland schafft es mit 1,3 Prozent noch nicht ganz auf diese Länderliste.
Microsoft betrachtet das Surfen mit dem Internet Explorer 6 als Sicherheitsrisiko und empfiehlt seinen Nutzern dringend, auf die für moderne Webtechniken geeignete Version 9 oder unter Windows XP auf Version 8 zu wechseln. Testweise führt Microsoft derzeit in Brasilien und Australien stille automatische Updates für Internet Explorer 6 unter Windows-Versionen ab XP ein. Weltweit liegt der IE6-Anteil Net Applications zufolge noch bei 7,3 Prozent. Vor allem in China erfreut sich der Oldtimer noch großer Popularität – dort surft noch jeder Vierte mit dem IE6.
Mit dem Verschwinden des IE6 verliert Microsoft allerdings auch allmählich seine Dominanz auf dem Browsermarkt. Weltweit nutzen laut Net Applications noch 51,9 Prozent der Nutzer die verschiedenen Versionen des Internet Explorer. Setzt sich der Abstieg in gleichem Tempo fort, sinkt der Microsoft-Anteil bereits im März auf unter 50 Prozent.
Hauptprofiteur dieser Entwicklung ist Chrome, der mit aktuell 19,1 Prozent dabei ist, Firefox (21,8 Prozent) von Platz zwei zu verdrängen. Dieser muss ebenso wie Opera leichte Einbußen hinnehmen. Verbreitetster Internet Explorer ist Version 8, mit der 27,3 Prozent aller Internetnutzer unterwegs sind; Internet Explorer 9 bringt es auf 11,5 Prozent, während der IE7 mit 4,8 Prozent bereits hinter seinen Vorgänger zurückgefallen ist.
Browserstatistiken sind jedoch notorisch unzuverlässig. So ist der Internet Explorer beim Konkurrenzdienst StatCounter global bereits auf unter 38 Prozent gefallen, während Chrome (27,4 Prozent) bereits im November Firefox (24,9 Prozent) überholt hat.
Bei Heise.de sorgen diverse Firefox-Versionen für 55,5 Prozent der Seitenaufrufe, während Internet Explorer mit 16,4 Prozent abgeschlagen auf Platz zwei liegt. Chrome (9,9 Prozent), Safari (6,4 Prozent) und Opera (6,0 Prozent) folgen dahinter. Der Anteil des Internet Explorer 6 geht im Grundrauschen unter.
| Firefox 8 | 35.3% |
| Google Chrome | 9.9% |
| Internet Explorer 8 | 7.4% |
| Firefox 3.6 | 6.6% |
| Firefox 9 | 5.8% |
| Opera 11 | 5.7% |
| Internet Explorer 9 | 5.2% |
| Andere/Unbekannt | 5.2% |
| Apple Safari | 4.4% |
| Internet Explorer 7 | 3.4% |
| heise.de-iPhone-App | 2.5% |
| Firefox 7 | 2.2% |
| Apple iPod/iPad/iPhone | 2.0% |
| Firefox 6 | 1.3% |
| Firefox 5 | 0.9% |
| Sonstige mit Mozilla-Engine | 0.7% |
| Firefox 4 | 0.7% |
| Android | 0.7% |
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