09.05.2000 17:18
Microsoft will nun auch im stark umkämpften Markt des interaktiven Fernsehens Fuß fassen. Eine Partnerschaft mit dem Elektronik-Hersteller Matsushita und der aus dem Bereich des digitalen Fernsehens stammenden britischen Firma Pace Micro, die der Softwaregigant heute auf einer Konferenz der US-TV-Kabelnetz-Betreiber angekündigt hat, soll den Weg dazu ebnen.
Die Strategie der drei Unternehmen umfasst zwei Punkte: Web TV, das die Komponenten der Hard- und Software für den Endanwender unter einem Namen zusammenfasst und auf Windows CE basiert, und Microsoft TV, das hauptsächlich aus der Server-Software für Netzbetreiber besteht. Microsoft plant, seine Dienste in vier Varianten anzubieten: Microsoft TV Basic Digital, die Client-Software für Set-Top-Boxen, den Microsoft TV Server, der unter Windows 2000 eine Grundlage für das interaktive Fernsehen bilden soll, den Microsoft TV Access Channel Server, der die Set-Top-Boxen mit interaktiven Inhalten versorgen soll und Microsoft TV Advanced, das bereits für die nächste Version der Set-Top-Boxen gerüstet sein und diese mit Diensten wie Netzwerk-Spielen oder digitaler Video-Aufzeichnung versorgen soll.
Mit dieser letzten Variante plant das Redmonder Unternehmen wohl bereits die Unterstützung der für Ende nächsten Jahres angekündigten eigenen Spielkonsole, der X-Box. Da sich die Begeisterung am interaktiven Fernsehen zugunsten der modernen, internet-fähigen Spielkonsolen verschiebt, wäre das eine kluge Entscheidung. Experten sehen im Markt um das Fernsehen der Zukunft trotzdem ein enormes Potential: Forrester Research prophezeit bis zum Jahr 2004 einen Umsatz von 9 Milliarden US-Dollar mit E-Commerce und Pay-TV.
(mst)
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