14.12.2007 17:42
Der Softwareriese Microsoft hat die Vorwürfe des Softwareherstellers Opera zurückgewiesen, den Wettbewerb bei Browser-Software zu behindern. Die Norweger, Hersteller der bei Anwendern beliebten Browserfamilie Opera, hatten sich am vergangenen Mittwoch bei der EU-Kommission offiziell beschwert, dass Microsoft seine dominante Marktstellung bei Betriebssystemen ausnutze und durch die Verknüpfung mit dem eigenen Browser Internet Explorer die Produkte der Konkurrenz unangemessen benachteilige. Die Redmonder, heißt es in der Beschwerde weiter, würden die Interoperabilität einschränken, da der Internet Explorer allgemeine Standards nicht einhalte.
Microsoft hat die Vorwürfe nun zurückgewiesen. Die Integration des Internet Explorers in das Betriebssystem, nun schon seit über einer Dekade praktiziert, nutze dem Verbraucher, der ohnehin schon die freie Wahl habe. "Computernutzer haben die völlige Freiheit, jeden gewünschten Browser, Opera eingeschlossen, zu nutzen und als Standardbrowser einzurichten", erklärte ein Sprecher laut der Londoner Times. Darüber hinaus könnten PC-Hersteller jeden anderen Browser auf ihren verkauften PC-Systemen installieren.
Wie die Times weiter notiert, sei Microsoft zwar bereit, in dieser Frage mit der Kommission zu kooperieren, allerdings nicht gerade begeistert von der Vorstellung, sich in Brüssel erneut einem Wettbewerbsverfahren stellen zu müssen. Mitte September hatte das EU-Gericht erster Instanz in einem langwierigen Wettbewerbsverfahren gegen Microsoft entschieden, dass der Softwaregigant mit der Verknüpfung von Windows und dem Media Player seine "marktbeherrschende Position missbrauchte" und eine von der Kommission verhängte Geldbuße in Höhe von 497 Millionen Euro bestätigt.
Operas Vorstoß findet unterdessen die Unterstützung des Europäischen Komittees für Interoperable Systeme (ECIS), einer Interessenvereinigung von Hard- und Softwareunternehmen. "Microsoft beraubt die Verbraucher bei Browsern einer echten Wahl", erklärte ECIS-Anwalt Thomas Vinje. "Browser sind ein Eingangstor zum Internet. Microsoft will dieses Tor kontrollieren." Nach Ansicht der ECIS liegt der Fall Internet Explorer ähnlich wie beim Windows Media Player und sollte ebensolche Auflagen zur Entbündelung nach sich ziehen. Der ECIS gehören außer Opera auch Unternehmen wie Adobe, IBM, Nokia, Oracle, Red Hat und Sun Microsystems an.
Zum Operas Beschwerde siehe auch:
Zum EU-Kartellverfahren gegen Microsoft siehe auch:
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