27.05.2009 21:20
Die australische Internet-Blacklist der Telekommunikations-Regulierungsbehörde ACMA, in der Webseiten mit "illegalen und hochgradig anstößigen" Inhalten verzeichnet sind, umfasste zum Stichtag 30. April insgesamt 977 Einträge. Dies erklärte Nerida O'Loughlin, General Manager der Industry Outputs Division bei der ACMA, bei einer Anhörung vor dem Senat Estimates Committee im Australischen Parlament. Ihren Angaben zufolge standen 32 Prozent der geblockten URLs im Zusammenhang mit Kindesmisshandlungen oder sexuellem Kindesmissbrauch. Das schriftliche Protokoll der Anhörung ist unter anderem bei Wikileaks abrufbar.
O'Loughlin erklärte außerdem, dass die zuletzt in der Öffentlichkeit aufgetauchte australische Internet-Blacklist vermutlich bei einem Hackerangriff auf einen Anbieter von Internet-Filterlösungen abgegriffen wurde. Filter-Anbieter würden einmal pro Woche eine aktualisierte und verschlüsselte Liste erhalten. Nach dem Vorfall habe man alle 13 betroffenen Unternehmen angeschrieben und sie aufgefordert, Angaben zu möglichen Sicherheitslücken zu machen. Bislang hätten jedoch nur 8 Unternehmen geantwortet. Den anderen 5 Firmen habe man seither keine Updates mehr geliefert. Weitere Maßnahmen müssten durch die Australian Federal Police (AFP) erfolgen, der man die Sache übertragen habe.
Australischen Medien zufolge hat der für die ACMA zuständige Medien- und Kommunikationsminister Stephen Conroy nach der Anhörung angekündigt, dass künftig womöglich ein Gremium eingesetzt wird, das regelmäßige Überprüfungen der Sperrlisten vornimmt. "Die Regierung erwägt Optionen, die zu mehr Transparenz und Verantwortlichkeit in Sachen Blacklist führen", zitiert iTnews den Minister. Der Umfang der australischen Sperrliste könnte bald noch deutlich wachsen, da derzeit Verhandlungen zwischen der ACMA und korrespondierenden Stellen in den USA und Großbritannien über einen Austausch der jeweiligen Listen geführt werden. (Peter-Michael Ziegler)
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(pmz/c't)
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