29.10.2009 08:30
Wie das aktuelle Rennen um eine geeignete Vorbeugung gegen das Schweinegrippevirus H1N1 zeigt, lässt sich mit traditionellen Techniken schwerlich ein Grippeimpfstoff herstellen, der eine Pandemie aufhalten könnte. Zwei neue Impfstoffkandidaten, deren klinische Tests in diesem Monat beginnen, versprechen nun, schneller an die begehrten Gegenmaßnahmen zu kommen. Sie setzen dabei eine neue Herstellungstechnik an: So genannte Viren-ähnliche Partikel, kurz VLP, übernehmen die Rolle des Immunisierungsauslösers, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Das wichtigste biomedizinische Unterscheidungsmerkmal eines VLP-Impfstoffes ist sein Antigen – jene Komponente, die die Immunantwort in der geimpften Person erzeugt. VLP-Impfstoffe nutzen keine abgetöteten oder geschwächten Grippeviren dafür, wie sie normalerweise verwendet werden. Stattdessen werden kleine Proteinhüllen genutzt, die entweder in Pflanzen- oder Insektenzellen gezüchtet werden. Diese sehen für das Immunsystem des Körpers zwar aus wie echte Viren, enthalten aber kein Genmaterial der jeweiligen Grippe.
"Die Partikel ahmen das Virus genau nach, aber weil sie kein genetisches Material enthalten, das ein Virus aktiv macht, sind sie ungefährlich", erklärt Polly Roy, Professorin für Virologie an der London School of Hygiene and Tropical Medicine in der britischen Hauptstadt, die zu den Pionieren der VLP-Forschung zählt. Das fehlende genetische Material sorgt außerdem dafür, dass keine umfassende Formalin- und Reinigungsbehandlung mehr notwendig sind, die konventionelle Antigene durchlaufen müssen, damit sie nicht mehr infektiös sind, was wiederum ihre Wirksamkeit reduziert.
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