21.12.2009 09:30
Je länger ein Medikament in der Blutbahn verbleibt, desto größer ist die Chance, dass es sein Ziel erreicht. Leider spielt der Körper dabei nicht unbedingt mit: Der Stoffwechsel beginnt frühzeitig, die Moleküle zu zerlegen. Ein Start-up, das aus einer Forschergruppe an der Stanford University hervorgegangen ist, versucht deshalb, von natürlichen Antibiotika zu lernen und bekannte Wirkstoffe chemisch so zu verändern, dass ihre Halbwertszeit im Körper steigt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Hierzu versehen die Forscher von Amplyx Pharmaceuticals die Substanzen mit Molekülen, die sich an Proteine innerhalb von Zellen binden. Auf diese Weise sollen Medikamente in Zellen deponiert werden, bevor die körpereigenen Abwehrmechanismen zum Zuge kommen.
Dieser Ansatz unterscheidet sich deutlich von Strategien anderer Pharma-Unternehmen, die die Wirkstoffe in Nanocontainern einbetten. „Was mir an der Idee besonders gut gefällt, ist die Kombination verschiedener Moleküle bei der Synthese der Stoffe“, sagt Stanford-Biologe Gerald Crabtree, in dessen Labor das Verfahren entwickelt wurde. Es nutzt zwei Arten von Zusatzmolekülen: Stabilisatoren, die sich an Proteine im Inneren von Zellen ankoppeln, und „Linker“, die den Wirkstoff mit dem Stabilisator verbinden.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Newsletter abonnieren
Permalink: http://heise.de/-890481
Mehr zum Thema Medizin
Immer mehr Menschen kriegen Ärger, weil sie über Twitter oder Facebook Dampf ablassen. Dabei könnte Technologie hier durchaus Abhilfe schaffen.
Maschinen-Megalomanie: Es sind erstaunlich kleine Dinge, die Großtechnologien zu Fall bringen.
Japans Fahrstühle gehören nicht nur zu den schnellsten der Welt. Sie fahren sogar so sanft, dass eine auf die Kante gestellte Münze nicht umfällt.