28.06.2009 11:05
Richard M. Stallman, der Gründer der Free Software Foundation (FSF), hat in einem offenen Brief die Pläne des Debian-Teams kritisiert, den .NET-Klon Mono fest in die Linux-Distribution zu integrieren. Dazu hatte sich das Debian-Team entschieden, um die in der .NET-Sprache C# geschriebene Notizzettel-/Wiki-Anwendung Tomboy aufnehmen zu können.
"Es ist gefährlich, auf C# zu setzen", warnt Stallman. Die .NET-Sprache führe die Open-Source-Community in die falsche Richtung und setze sie dem Risiko aus, dass der .NET-Schöpfer Microsoft irgendwann einmal die im "Original-.NET" verwendeten Techniken mit Software-Patenten schützen werde, was freie .NET-Implementierungen wie Mono in den Untergrund zwänge.
Wer heute Software in C# programmiere, müsse also morgen damit rechnen, dass er sie nicht mehr zusammen mit freien .NET-Implementierungen laufen lassen könne, betont Stallman. Deshalb sei es zwar nicht "unethisch", auf C# zu setzen, aber im Sinne der Open-Source-Community auch nicht sinnvoll – C#-Implementierungen sollten bei Linux nicht standardmäßig installiert werden. In anderen Sprachen programmierte Anwendungen seien gleichwertigen C#-Applikationen vorzuziehen.
(ola)
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Newsletter abonnieren
Permalink: http://heise.de/-187093
Mehr zum Thema Programmierung Softwareentwicklung .Net C# Mono