12.06.2009 15:38
Seit rund zwei Jahren ermittelt die Europäische Kommission gegen die kalifornische Entwicklerfirma Rambus. Es besteht der Verdacht, das Unternehmen Rambus könne trotz seiner relativ geringen Größe – 2008: 330 Mitarbeiter/142,5 Millionen US-Dollar Umsatz – seine beim DRAM-Know-how marktbeherrschende Stellung ausgenutzt haben, um überhöhte Lizenzgebühren einzufordern. Die EU-Kommission hatte dabei auch von einem möglichen "Patenthinterhalt" gesprochen und einen ähnlichen Verdacht gegen Rambus geäußert wie vor Jahren die Federal Trade Commission (FTC) der USA. Kritisiert wurde dabei insbesondere das Verhalten der Firma Rambus als ehemaliges Mitglied einer Abteilung des Industriegremiums JEDEC, die sich mit DRAM-Spezifikationen befasst.
Die FTC hat mittlerweile allerdings sämtliche Vorwürfe gegen Rambus zurückgezogen, nachdem die Wettbewerbshüter auch in einem Berufugnsverfahren gegen Rambus gescheitert waren. Rambus betont auch, in den 90er-Jahren beim JEDEC "nichts Falsches" getan zu haben.
Sofern die EU-Kommission die Untersuchung einstellt, die möglicherweise zu einem Bußgeld führt und die Rambus-Aktionäre verunsichert, bietet Rambus an, die Lizenzgebühren fünf Jahre lang auf genau festgelegte Werte zu begrenzen, nämlich auf 1,5 Prozent für SDRAMs der Typen DDR2, DDR3, GDDR3 und GDDR4. Hersteller, die weniger als 10 Prozent ihres Umsatzes mit DDR- und SDR-SDRAMs erzielen, brauchen dafür fünf Jahre lang gar keine Lizenzgebühren zu zahlen. Für Speicher-Controller will Rambus höhere anteilige Gebühren: 1,5 Prozent für solche, die SDR-SDRAM anbinden, sowie 2,65 Prozent für solche der Typen DDR, DDR2, DDR3, GDDR3 und GDDR4. Nach April 2010 soll der Satz auf 2 Prozent fallen. Die EU-Kommission will diesen Vorschlag prüfen.
(ciw)
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