13.06.2006 14:52
Mitglieder der Bayerischen Volkssternwarte München nahmen dieses Bild der ISS am gestrigen Montagmorgen auf.
Im Monat Juni können Beobachter auf der Erde die Internationale Raumstation ISS, auf der demnächst der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter seinen Dienst antreten wird, besonders gut mit bloßem Auge sehen. Das größte bislang von Menschen geschaffene Bauwerk im Weltraum (derzeit 52 Meter Länge, 27 Meter Höhe, 73 Meter Spannweite der Solarzellenflächen) ist nach dem Mond und der Venus das hellste Objekt am Himmel und lässt sich als relativ schnell bewegender heller Punkt verfolgen.
Vom 17. bis 21. Juni ist die ISS bis zu viermal pro Nacht zu sehen, da die Raumstation während dieser Zeit nicht durch den Erdschatten fliegt und ununterbrochen beleuchtet wird. Die ISS umkreist die Erde in zirka 350 Kilometern Höhe auf einer elliptischen Umlaufbahn mit einer Geschwindigkeit von rund 28.000 Kilometern pro Stunde. Für eine Umrundung der Erde benötigt sie etwa 90 Minuten. Auf der Heavens-Above-Seite der ESA kann man die Position der ISS für einen beliebigen Zeitpunkt berechnen lassen.
Um die ISS beobachten zu können, müssen jedoch mehrere Voraussetzungen erfüllt sein: Am Standort des Beobachters muss es ausreichend dunkel und der Himmel sollte wolkenfrei sein, und die Raumstation muss von der Sonne beleuchtet werden. Dies ist der Fall, wenn der Beobachter sich auf der Nachtseite der Erde befindet, die ISS aber noch von der Sonne angestrahlt wird – eine Beobachtung ist also nur kurz nach Sonnenunter- beziehungsweise kurz vor Sonnenaufgang möglich. Der genaue Zeitpunkt der Sichtbarkeit lässt sich in Abhängigkeit vom Standort des Beobachters auf der ESA-Website ermitteln.
(pmz)
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