26.01.2012 10:00
Es klingt wie die Lösung aller Batterieprobleme: Elektroautos, die nicht mehr stundenlang an der Steckdose hängen müssen, sondern die sich innerhalb weniger Minuten an einer Zapfsäule auftanken lassen. Solche Akkus gibt es tatsächlich: Sie nennen sich Redox-Flow-Batterien und werden mit einem flüssigen Elektrolyt betrieben, in dem die Ladungsträger in Form von Metall-Ionen gelöst sind. Ist der Elektrolyt entladen, kann er abgepumpt und durch einen frischen ersetzt werden.
Bisher werden Redox-Flow-Batterien allerdings nur stationär eingesetzt: Ein herkömmlicher Fünf-Kilowatt-Stack mit 90 Zellen ist etwa 1,5 Meter lang. Forscher der Ostfalia-Hochschule in Wolfsburg haben ihn nun auf 54 Zentimeter Länge und 40 Kilo Gewicht geschrumpft, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 02/12 (seit Donnerstag am Kiosk oder online zu bestellen). "Das ist ein erster Schritt, Redox-Flow-Batterien auch in Autos einzusetzen", sagt Projektleiter Professor Robin Vanhaelst von der Fakultät Fahrzeugtechnik. Als Nächstes überlegen sich die Forscher nun, einen elektrischen Kleintransporter mit ihrem Redox-Flow-Stack auszustatten, der als "Reichweitenverlängerer" die herkömmlichen Batterien unterstützt.
Darüber, mit welchen Mitteln sie den Stack kleingekriegt haben, möchte Vanhaelst allerdings noch keine allzu detaillierten Auskünfte geben – das Patentverfahren läuft noch. "Wir haben den inneren Zell-aufbau komplett optimiert, sowohl beim Material als auch bei der Formgebung", verrät er lediglich. Mit Simulationen sei beispielsweise der Strömungsverlauf des Elektrolyts durch die Zellen verbessert worden. Seine Standfestigkeit hat das System schon bewiesen – es übersteht laut Vanhaelst mehr Ladezyklen als ein Lithium-Ionen-Akku und hat eine geringe Selbstentladung. Der geladene Elektrolyt kann also längere Zeit gelagert werden.
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