22.02.2008 11:57
Hiroshi Ishiguro, Professor am Labor für Roboter- und Kommunikationssysteme der Universität von Osaka, geht sein Forschungsgebiet, den Roboterbau, ungewöhnlich radikal an: Er versucht, die Automaten so menschenähnlich wie möglich zu gestalten. Im Interview mit der Online-Ausgabe des Technologiemagazins Technology Review sagte der Wissenschaftler, es sei durchaus vorstellbar, dass die Menschen bis spätestens 2050 Sex mit Roboterpartern hätten: "In der Sexindustrie gibt es schon jetzt roboterähnliche Instrumente. Das ist noch eine sehr einfache Technologie. Aber sobald eine Massenproduktion von Robotern entsteht, werden die Kosten für die einzelnen Bauteile sinken. Und die Menschen werden aus diesen Teilen höher entwickelte Sexspielzeuge entwickeln."
Doch beim Geschlechtsakt soll es nicht bleiben – auch eine Liebesbeziehung zu den Maschinen hält Ishiguro für denkbar. "Wenn wir eine weite Definition nehmen, dann lieben wir als Kinder auch Stofftiere und Puppen. Das passiert manchmal auch noch bei Erwachsenen. Einige Menschen sind verrückt nach Puppen oder besonders in Japan nach Zeichentrickfilmfiguren – sie fühlen eine Art Liebe." Robotertechnologien könnten diese Gefühle in den nächsten Jahrzehnten noch verstärken, meint der Forscher. "Anime-Charaktere würden dann zum Leben erweckt. Daher wäre es wohl einfach, Liebe für diese Art von Robotern zu empfinden."
Ishiguro forscht dabei vor allem über die Frage, was Gefühle der Zuneigung in Beziehung zu leblosen Objekten überhaupt sind. Sein bisheriges Ergebnis: Er glaubt, dass sich diese mit zunehmender Menschenähnlichkeit der Roboter von selbst ergeben. "Mein Punkt ist: Wenn sich ein Automat wie Asimo oder ein Führungsroboter wie unser "Robovie" recht komplex bewegt und reagiert, können Sie Emotionen spüren. Das heißt, Gefühle sind subjektiv, nicht objektiv."
Das ganze Interview mit Roboterforscher Ishiguro in [i]Technology Review online:[/i]
Siehe dazu auch:
(bsc)
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