10.01.2013 19:22
CES SSDs mit 960 GByte für unter 550 Euro
Crucials M500 fasst 960 GByte im 2,5"-SATA-Format und bis zu 480 GByte in der mSATA- (hinten im Bild) beziehungsweise der NGFF-kompatiblen M.2-Version (vorne rechts).
Bild: Micron
Von der Firma Micron gab es schon sehr lange keine echten SSD-Neuheiten mehr, dafür ist die jüngste Vorstellung umso spannender: Für knapp 550 Euro wollen die Amerikaner noch in diesem Quartal über ihre Tochterfirma Crucial eine SSD mit fast 1 Terabyte Kapazität in den Handel bringen. Die M500 mit 960 GByte ist zwar nicht die allergrößte SATA-SSD, aber die erste halbwegs erschwingliche in dieser Größenordnung. OCZ verlangt für die Octane (PDF-Datei) mit 1 TByte gegenwärtig den vierfachen Preis.
Unter der Haube der M500 (PDF-Datei) stecken MLC-Speicherchips aus der 20-Nanometer-Fertigung, die Micron gemeinsam mit Intel im Joint Venture IM Flash fertigt, sowie der Marvell-Controller 88SS9187. Per SATA 6G soll die SSD damit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 500 MByte/s beim sequenziellen Lesen und 400 MByte/s beim Schreiben erreichen. Die höchstmögliche Anzahl an Ein- und Ausgabeoperationen pro Sekunde beziffert Micron auf 80.000 IOPS. Außer der 480-GByte-Variante arbeiten die kleineren M500-Versionen mit 120 und 240 GByte beim Schreiben langsamer.
Den von Micron verwendeten Marvell-Controller setzt aktuell unter anderem auch Plextor in der M5Pro ein. Letztere erreicht mit der Plextor-Firmware höhere Spitzengeschwindigkeiten, allerdings schwanken die Latenzen und Übertragungsgeschwindigkeiten bei diesem Exemplar besonders stark. Die größere Spare-Area-Einstellung bei der M500 weckt Hoffnung, dass dies dort nicht der Fall sein wird.
Wie bei Plextors M5Pro handelt es sich auch bei der M500 um ein sogenanntes Self-Encrypting Drive (SED) mit eingebauter Hardware-Datenverschlüsselung (AES, 256-Bit). Anders als das Plextor-Exemplar ist sie aber kompatibel mit den Vorgaben der Opal-Spezifikation (PDF) in Version 2.0 der Trusted Computing Group (TCG) und unterstüzt außerdem das IEEE1667-Protokoll. Damit erfüllt sie als erste SSD die Voraussetzung für sogenannte eDrives unter Windows 8. Das bedeutet, dass die BitLocker-Laufwerksverschlüsselung die kryptografische Rechenarbeit dem Controller des Datenträgers überlässt.
Crucials M500 (PDF-Datei) kommt nicht nur in der für moderne Notebooks passenden 2,5-Zoll-Bauform mit 7 Millimetern Höhe in den Handel, sondern wird in kleineren Kapazitäten bis 480 GByte auch für Ultrabooks erhältlich sein: als mSATA- sowie als "M.2"-Version, die Micron in einem Youtube-Video bewirbt.
Bei letzterer Variante handelt es sich anscheinend um eines der neuartigen NGFF-Module, die theoretisch auch PCI Express zur Datenübertragung nutzen können. Da hier jedoch der gleiche Marvell-Controller zum Einsatz kommt, verwenden auch sie SATA 6G und sollen die Geschwindigkeit der jeweiligen 2,5"-Varianten gleicher Kapazität erreichen.
Die durchschnittliche Leistungsaufnahme im Betrieb spezifiziert Micron auf ungewöhnlich niedrige 150 Milliwatt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Rechner spezielle Stromsparmechanismen wie DIPM (PDF-Datei) und DevSleep (PDF-Datei) unterstüzt. Letzteres gilt als Voraussetzung für den Einsatz in künftigen Ultrabooks (PDF-Datei).
Micron erwähnt darüber hinaus ein sogenanntes adaptives thermisches Überwachungssystem, das die Leistung automatisch drosseln soll, wenn kritische Temperaturen erreicht werden – etwa bei langen Schreibzugriffen in engen Gehäusen ohne Lüfter. Als weitere Besonderheit haben die SSDs Pufferkondensatoren an Bord, damit sie plötzliche Stromausfälle ohne Datenverlust überstehen.
(boi)




