20.10.2008 14:22
SanDisk verkauft Kapazitäten an Toshiba
Der mit Verlusten kämpfende US-Speicherhersteller SanDisk will Herstellungsgeräte und Produktionskapazitäten im Wert von rund 740 Millionen Euro an seinen Partner Toshiba verkaufen, teilten die Unternehmen am heutigen Montag mit. Der japanische Elektronikkonzern soll dem Abkommen zufolge Equipment zweier als Joint Venture mit SanDisk betriebenen Fabs für NAND-Speicherchips übernehmen und sichert sich damit 30 Prozent der Produktion. SanDisk beziffert das Volumen des Geschäfts inklusive Barmittel und verringerter Leasingkosten auf rund 1 Milliarde US-Dollar. Der Verkauf soll im ersten Quartal 2009 abgeschlossen werden.
Toshiba rechnet angesichts der anhaltenden Nachfrage nach Handys oder Camcordern sowie vielversprechender neuer Technologien wie Solid State Disks (SSD) mit weiterem Wachstum auf dem NAND-Markt und wachsendem Bedarf an Kapazitäten. Die Japaner sichern sich damit den Zugriff auf die Speicherproduktion der Joint Ventures, während SanDisk weiter von Samsung umworben wird. Die koreanische Nummer Eins des NAND-Speichermarkts will den US-Konkurrenten übernehmen, der sich bisher allerdings noch standhaft gibt. Samsung hat bei NAND-Flash-Speichern weltweit einen Marktanteil von 42 Prozent, Toshiba von 28 Prozent.
In der Bewertung sind sich die Finanzexperten uneinig. Während einige Beobachter es nun für weniger wahrscheinlich halten, dass es noch zu einer Einigung mit Samsung kommt, sehen andere Analysten in dem Abkommen eine Weichenstellung für die Übernahme. Zuvor war auch dem Festplattenhersteller Seagate ein Interesse an SanDisk nachgesagt worden. SanDisk hat im zweiten Quartal dieses Jahres einen Verlust von 68 Millionen US-Dollar bei stagnierenden Umsätzen erwirtschaftet. Am heutigen Montagabend nach Börsenschluss an der Wall Street gibt das Unternehmen die Zahlen für das dritte Quartal bekannt.
(vbr)