03.09.2008 19:28
Berlecon Research und das Fraunhofer Institut ESK haben jetzt einen Report zum Thema "Das iPhone 2.0 im Unternehmenseinsatz" veröffentlicht, der im Ergebnis zumindest größeren Firmen mehr oder weniger unverblümt vom Kauf auch der jüngsten Gerätegeneration abrät. Untersucht wurde das iPhone 3G mit der Firmware Version 2.0, als Maßstab dienten etablierte Produkte wie BlackBerry oder Smartphones mit Windows Mobile. Beim iPhone sieht die Studie gleich hinsichtlich mehrerer Punkte erheblichen Nachbesserungsbedarf.
Neben den nach wie vor fehlenden Funktionen "Cut, Copy and Paste" beim Bearbeiten von Texten gehe es um gleich mehrere Schwachpunkte. So etwa bei der Synchronisation von PIM- und E-Mail-Diensten: Wer statt Microsoft Exchange etwa Lotus Domino oder Groupwise benutzt, bleibt außen vor. Zudem bemängelt die Studie den fehlenden Zusatznutzen für mobile Mitarbeiter. Die Datenübertragung auf andere Rechner funktioniere nur mit Zusatzsoftware, der große iPhone-Speicher sei nicht einfach als transportabler Massenspeicher nutzbar. Darüber hinaus lasse sich das iPhone nicht als UMTS-Modem für Notebooks nutzen. Auch den fest eingebauten Akku des iPhones bemängeln die Autoren. Einen leeren Akku gegen den geladenen Zweitakku zu tauschen, ist nicht möglich – der Akku ist nur durch Apple selbst auswechselbar.
Für den professionellen Einsatz seien Funktionen für die zentrale Administration und Sicherheit wichtige Faktoren. Unternehmen, die bereits eine BlackBerry-Infrastruktur betreiben, müssten eine zweite Infrastruktur für die Administration des iPhone aufbauen. Die Verteilung zusätzlicher Applikationen über den AppStore oder über iTunes sei im Geschäftskundensegment "nicht gerade üblich", das Device Management stelle ein unvollständiges Flickwerk dar, weil Policies wie das Sperren von Anwendungen und Diensten nicht umsetzbar seien.
Die Studienautoren sehen darum als Käuferschicht eher kleinere Unternehmen mit nur wenigen iPhone-Nutzern und geringeren Anforderungen an Administrierbarkeit und Sicherheit. Denen biete das iPhone 2.0 aber mehr als ausreichende Funktionen und einen intuitiven Zugang zu mobilen E-Mails und PIM-Daten.
Weitere Informationen zur Studie stehen bei Berlecon und der Fraunhofer Gesellschaft zur Verfügung. Ein Vergleichstest des IT-Magazins iX, der in Ausgabe 10/08 am 18. September erscheint, schickt das iPhone gegen Business-Handys von RIM, HTC und Nokia ins Rennen.
(js/iX)
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