05.08.2010 08:32
Die japanische Papierfaltkunst ist die Inspiration für ein neues Material, das Wissenschaftler an den US-Universitäten MIT und Harvard entwickelt haben. Ihr "digitales Origami" besteht aus einem faserverstärkten Kunststoff, der sich auf Knopfdruck in verschiedene Formen bringen lässt. Dabei lässt der Benutzer entweder ein vorgegebenes Programm ablaufen oder führt dem System sein gewünschtes Objekt in vereinfachter Form über ein eigens entwickeltes Eingabemodul vor, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
In seiner Ausgangsvariante besteht das neue Material aus einem quadratischen Plastikblatt mit einer Kantenlänge von vier Zentimetern, das einen halben Millimeter dick ist. Intern ist es aus insgesamt 32 Dreiecken zusammengesetzt, die mittels biegsamer Silikonkontakte miteinander verbunden sind. In diesen sitzen wiederum sogenannte Formgedächtnis-Aktoren – kleine Streifen aus einer Titan-Nickel-Legierung, die sich beim Anlegen eines Stroms um bis zu 180 Grad verformen können und diese Form dann auch beibehalten.
Das Origami-Material ist über Kabel mit einem Computer verbunden, der die verschiedenen Aktoren ansteuert. Im Versuch lässt sich aus dem programmierbaren Material innerhalb weniger Sekunden ein Schiffchen oder ein Flugzeug im Origami-Stil bilden. Das dreidimensionale Objekt kann vom Nutzer dann angehoben und von allen Seiten betrachtet werden.
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