19.05.2006 12:02
Der US-Sicherheitsexperte Bruce Schneier plädiert dafür, Kopierschutzprogramme als "Malware", also bösartigen Code, einzuordnen. Denn, argumentiert Schneier im Interview mit Technology Review, es würden den Nutzern Funktionalitäten weggenommen und stattdessen Dritten die Möglichkeit gegeben, hinter dessen Rücken Dinge zu tun, die dieser nicht haben möchte.
Schneier bezweifelt allerdings, dass die Affäre um das vom Plattenlabel Sony BMG verwendete Rootkit die Verbraucher kritischer gemacht hat. Darin sieht er eine große Gefahr: "Sobald die Kunden keine intelligenten Kaufentscheidungen mehr treffen können, bricht im Grunde die Basis unseres kapitalistischen Systems zusammen."
Dass Konzerne wie Sony aus dem Skandal lernen würden, glaubt Schneier nicht. Die Medienfirmen setzten auf ein Geschäftsmodell, das derzeit ums Überleben kämpfe. "Sie haben erkannt, dass sie es durch Gesetze am Leben erhalten können, in dem sie Lobbyarbeit machen und Anti-Kopier-Paragraphen durchsetzen. Das wird nicht einfach aufhören. Die werden sich selbst dann noch wehren, wenn es keinen Sinn mehr hat", sagt Bruce Schneier.
Mehr dazu in Technology Review online:
(nbo)
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