14.07.2006 12:49
Sicherheitssystem für Synthetische Biologie geplant
Ein Sicherheitssystem für die Synthese von DNS-Abschnitten hat der US-Bioingenieur Drew Endy vom Massachusetts Institute of Technology im Interview mit Technology Review angekündigt. Er ist einer der Vertreter des noch jungen Forschungsfeldes der Synthetischen Biologie , deren Ziel die Herstellung funktionaler oder künstlicher Mikroorganismen ist. Es sei unverantwortlich, eine neue Technologie zu entwickeln, ohne die damit verbundenen nichttechnischen Probleme anzusprechen, sagt Endy.
"Das Hauptproblem dabei ist, dass man inzwischen dank Internet zunehmend anonym auf die DNS-Synthese zugreifen kann", erläutert der Forscher. Damit könnten auch neue biologische Waffen entwickelt werden. "Deshalb bitten wir alle Unternehmen auf diesem Gebiet, ein offenes Sicherheitsgrundkonzept zu schaffen, das sicherstellt, dass alle Bestellungen bei diesen Firmen nur von qualifizierten Personen kommen können, die zur Handhabung der bestellten DNS auch befugt sind."
Endy gehört zu den Initiatoren der im Mai abgehaltenen Konferenz "Synthetic Biology 2.0" (SB2) und ist einer der Autoren einer Sicherheitserklärung, deren Entwurf auf der SB2 diskutiert wurde. Zusätzlich solle eine Industrieorganisation gegründet werden, die die Überwachung vornimmt, weil die US-Regierung in den vergangenen sechs Jahren dieser Aufgabe nachgekommen sei. Die Organisation soll auch eine Prüfsoftware entwickeln, die helfen soll, bei DNS-Herstellern bestellte potenziell gefährliche DNS-Abschnitte zu entdecken.
Mehr dazu in Technology Review online:
(nbo)
