11.01.2009 12:52
Siemens-Belegschaftsaktionäre kritisieren geplante Aufsichtsratsbezüge
Zur Hauptversammlung des Siemens-Konzerns am 27. Januar liegt ein Gegenantrag (PDF-Datei) von Belegschaftsaktionären vor, in dem sie die geplante Neuregelung der Aufsichtsratsvergütung kritisieren. In dem Antrag heißt es, die Vergütung würde "in einem in keiner Weise vertretbarem Ausmaß angehoben". Es werde "trickreich" versucht, über verschiedene Komponenten die Aufsichtsratsvergütung anzuheben, vor allem die des Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme. Die Belegschaftsaktionäre sehen ein "erstaunliches Maß von Insensiblität und Maßlosigkeit", da eine "derart massive Anhebung" beantragt werde in Zeiten einer weltweiten Finanz- und Konjunkturkrise, in denen "viele Bürger und Arbeitnehmer sich auf harte Zeiten einstellen müssen".
Durch die geplante Regelung würde nach Berechnungen der Belegschaftsaktionäre die Vergütung Crommes von 309.875 im Jahr 2008 auf 796.600 Euro steigen. Bei den übrigen Aufsichtsratsmitgliedern, soweit sie Mitglieder oder Vorsitzende von Ausschüssen sind, bewegten sich die Steigerungsraten um 50 bis 100 Prozent. Auch die Steigerung der Vergütung "normaler" Aufsichtsratsmitglieder sei beträchtlich. Die Aktionäre rechnen vor, dass diese von 136.583 auf 199.100 Euro stiegen. Hinzu komme die Einführung eines Sitzungsgeldes von 1000 Euro pro Sitzung.
Ein Konzernsprecher hat laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel den errechneten Betrag für 2008 als viel zu hoch bezeichnet. Er habe aber eingeräumt, dass Cromme diese Größenordnung 2009 durchaus erreichen könne, wenn die angepeilten Gewinnziele erreicht würden. Die Anhebung sei gerechtfertigt, da die Arbeitsbelastung insbesondere in den Ausschüssen des Kontrollgremiums erheblich gestiegen sei. Die Belegschaftsaktionäre meinen hingegen, dass die Arbeitsbelastung wieder auf das "allgemein übliche Maß" reduziert worden sei, nachdem die Compliance-Aktivitäten weitgehend abgeschlossen seien.
Die Belegschaftsaktionäre kritisieren laut Spiegel auch das Salär von Siemens-Chef Peter Löscher. Er zählte im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Einkommen von fast 10 Millionen Euro zu den Spitzenverdienern in der deutschen Industrie. Nach einem Vorschlag der Aktionärsvertreter sollen ab 2010 die Teilnehmer der Hauptversammlung über die Vorstandsbezüge entscheiden. (Andreas Wilkens)
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(anw)










