29.10.2009 14:50
Silbertinte für aufgedruckte Elektronikschaltungen
Die Firma Xerox entwickelt seit Jahren Verfahren und Produktionsmittel zum Drucken elektronischer Schaltungen und organischer Halbleiterbauelemente. Statt zunächst eine Leiterplatte mit konventionellen Siliziumchips sowie passiven Bauelementen zu bestücken und diese dann in ein anderes Produkt oder Gehäuse einzubauen, sollen sich Schaltungen aus dem Drucker direkt auf viele unterschiedliche Materialien aufbringen lassen. Oft genannt werden dabei etwa die Rückseiten von Display-Gläsern, aber auch flexible Kunststoffe, etwa für Verpackungen.
Nun kündigt Xerox an, sogar Textilien mit Schaltungen bedrucken zu können, unter anderem dank einer "NanoAg"-Tinte mit Silberpatikeln für Leiterbahnen. Weil man bereits fertige Druckverfahren für Isolatoren und organische Halbleiter entwickelt habe, stehe nun der Massenfertigung nichts mehr im Weg; das hatte Xerox allerdings auch schon vor fünf Jahren verkündet.
Die Drucktechnik für elektronische Schaltungen befindet sich offenbar weitgehend immer noch im frühen Experimentalstadium, denn viele der jeweils als fast serienreif angekündigten Verfahren kommen anscheinend doch nicht in der Industrie zum breiten Einsatz. So hatte beispielsweise das Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme im Sommer eine Technik für druckbare Batterien angekündigt – so wie die Firma Power Paper schon acht Jahre zuvor oder auch die Firma Plastic Electronic. Seit vielen Jahren geht es auf den einschlägigen Konferenzen zum Thema Polymerelektronik – etwa LOPE-C oder Pastic Electronics Europe – auch um RFID-Tags sowie um (e-Paper-)Displays aus dem Drucker, wie sie etwa auch Ntera verspricht.
(ciw)













