11.01.2012 10:53
Der verständnislose Computer, der Generationen von Nutzern mit kalter Logik und kryptischen Fehlermeldungen genervt hat, könnte demnächst der Vergangenheit angehören, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Forscher des Eletronikkonzerns Samsung haben ein Smartphone entwickelt, das die Gefühlslage eines Nutzers erkennen soll – nicht mittels Sensoren oder Kameras, sondern anhand der Art, wie das Smartphone genutzt wird.
Als Anhaltspunkte dienen etwa Daten, wie schnell ein Nutzer Zeichen eingibt oder wie stark das Gerät hin und her bewegt wird. Daraus berechne eine Software, ob der Smartphone-Träger zufrieden, wütend, gutgelaunt oder überrascht sei, sagt Hosub Lee vom Samsung Advanced Institute of Technology in Südkorea, der das Forschungsprojekt leitet.
Auch wenn derartige Messgrößen auf den ersten Blick wenig mit Emotionen zu tun zu haben scheinen, gebe es feine Korrelationen zwischen ihnen und dem Gefühlszustand eines Nutzers. Die Software nutze Algorithmen aus dem maschinellen Lernen und habe derzeit eine Trefferquote von 67,5 Prozent, sagt Lee.
Der Prototyp, der in der kommenden Woche auf der Consumer Communications and Networking Conference in Las Vegas vorgestellt wird, ist Teil einer Twitter-Anwendung für das Samsung Galaxy S II. Damit können Nutzer von sozialen Netzwerken ihre Kurzmitteilungen um Symbole ergänzen, die Emotionen anzeigen. Es seien aber noch jede Menge weitere Anwendungen denkbar, betont Lee. So könnte die Gefühlserkennung verschiedene Klingeltöne auswählen, die zur jeweiligen Gemütslage passen. "Das Smartphone könnte auch einem Nutzer in schlechten Stimmung einen Cartoon vorspielen, um ihn aufzuheitern", sagt Lee.
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