18.08.2008 18:37
Spiele-Publisher weist Lizenz-Forderungen von Warner Music zurück
Der Konflikt um Lizenzgebühren für in Computerspielen eingesetzte Musikstücke geht weiter. Die Musikindustrie berücksichtige bei ihrer Forderung nach mehr Lizenzeinnahmen nicht den Beitrag der Spiele zum Erfolg der Musik, sagte Robert Kotick der Los Angeles Times. Der CEO von Activision Blizzard widersprach damit Warner-Music-Chef Edgar Bronfman, der vor zwei Wochen höhere Lizenzgebühren für die Verwendung von Musik in Spielen wie "Guitar Hero" oder "Rock Band" gefordert hatte.
Nach Meinung von Kotick würdigt die Musikbranche nicht ausreichend, welchen Einfluss Spiele wie "Guitar Hero" auf den Verkauf der verwendeten Lieder habe. Die Songs hätten eine Verkaufssteigerung unter anderem bei iTunes erfahren, wo Warner Music ebenfalls Erlöse erziele. Tom Riley, Vizepräsident der Musikabteilung des Spieleherstellers, nennt dazu als Beispiel den 34 Jahre alten Klassiker "Same Old Song And Dance" von Aerosmith, der in "Guitar Hero 3" enthalten ist. Zwei Monate nach Erscheinen des Spiels soll der Verkauf des Songs bei iTunes und anderen Online-Shops um 446 Prozent gestiegen sein.
Kotick wird sogar noch deutlicher. In Bezug auf Bronfman sagte er der LA Times, dass dieser den Einfluss von "Guitar Hero" nicht genügend berücksichtige und auch nicht den hohen technischen Aufwand anerkenne, der für diese Spiele notwendig sei. Sein Fazit für weitere Veröffentlichungen zu "Guitar Hero": "Wir werden die Publisher bevorzugen, die erkennen und wertschätzen, wie sehr wir den Wert ihrer Künstler steigern."
Vom Erfolg des Spiel-Genres profitiert insbesondere Activision Blizzard, das "Guitar Hero" an die 20 Millionen Mal weltweit verkauft haben soll, die Einnahmen belaufen sich nach Angaben der LA Times auf 1 Milliarde Dollar. Dabei ist der Publisher nicht unbedingt auf Warner angewiesen. Activision fusionierte im Juli mit Vivendi Games und ist damit in guter Gesellschaft: Eine weitere Tochterfirma der Vivendi-Gruppe ist die Universal Music Group, die weltweit größte Plattenfirma. (Paula Grüneberg) / (Paula Grüneberg)
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(vbr)










