19.02.2009 16:12
Startup-Investitionen: China, Indien und Israel legen zu - USA und Europa bauen ab
Das israelische Startup "Project Better Place" will eine komplette Elektrofahrzeug-Infrastruktur aufbauen.
Risikokapitalgeber haben europäischen Startup-Unternehmen im vergangenen Jahr häufig die kalte Schulter gezeigt: Nach Zahlen von Dow Jones VentureSource gingen die Investitionen in junge Firmen im Jahr 2008 um 15 Prozent auf 6,5 Milliarden US-Dollar zurück. Besondere Zurückhaltung legten die Geldgeber in Europa im vierten Quartal an den Tag, für das ein Rückgang um 38 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar registriert wurde. Auch im Eldorado des Venture Capital, den USA, saß das Geld im letzten Jahr nicht mehr so locker. Zwar stehen die Vereinigten Staaten mit insgesamt 28,8 Milliarden Dollar investiertem Risikokapital weiterhin klar an der Spitze, gegenüber 2007 bedeutet dies aber ein Minus von 8 Prozent.
In China stellten Risikokapitalgeber einen neuen Rekord auf: Im Vergleich zum Vorjahr nahm dort das Investitionsvolumen um 50 Prozent auf insgesamt 4,2 Milliarden Dollar zu. Getrübt wurde das Bild nur vom Jahresendquartal, in dem 9 Prozent weniger VC-Gelder als im Vergleichszeitraum 2007 flossen. Indien hingegen konnte insbesondere im vierten Quartal glänzen: Gegenüber der Vorjahresperiode stiegen die Startup-Investitionen dort laut VentureSource um 90 Prozent auf 270 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr 2008 ermittelten die Analysten für Indien Risikokapitalzuflüsse in Höhe von 864 Millionen Dollar, ein Plus von 3 Prozent.
Israelische Startups scheint die weltweite Wirtschaftskrise unterdessen wenig zu belasten: Selbst im kritischen vierten Quartal wurden 22 Prozent mehr Risikokapital im Land investiert als noch vor Jahresfrist. Zu den 316 Millionen Dollar in den Monaten Oktober bis Dezember summierten sich weitere 1,6 Milliarden Dollar, was insgesamt zu einer Steigerung um 19 Prozent im Jahr 2008 führte. Investiert wurde das Geld in Israel laut VentureSource zu 68 Prozent in IT-Projekte – ein Trend, der für Europa (wo 2008 nur 881 Unternehmen Risikokapital erhielten, der niedrigste Stand seit Beginn der VentureSource-Analysen im Jahr 1999) nicht mehr gilt. Dort setzt man jetzt vor allem auf Firmen der Energiebranche.
(pmz)