11.02.2010 09:00
Wenn von Wasserkraft an Flüssen und Seen die Rede ist, denkt man normalerweise an großtechnische Anlagen mit mehreren Staustufen, riesigen Turbinen und enormer Durchflussleistung, die ganze Regionen versorgen können. Es geht aber auch deutlich kleiner: Mit Hilfe der sogenannten Wasserwirbeltechnik lassen sich in rotationssymmetrischen Staubecken, durch die Teile des Flusswassers umgeleitet werden, auch minimale Fallhöhen ab 70 Zentimetern ausnutzen, um Strom zu erzeugen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Mittels Gravitation entsteht in dem runden Becken ein konstanter Wasserwirbel, der eine Turbine antreibt. Ein Vorteil dieser Kleinkraftwerke ist, dass sie den Fischbestand nicht gefährden: Die verwendeten Rotoren drehen sehr langsam und sorgen sogar für mehr Sauerstoff im Fluss. Außerdem lassen sie sich relativ leicht aufbauen, brauchen keine Staumauern und arbeiten verschleißarm.
In der Schweiz will nun die Genossenschaft Wasserwirbelkraftwerke, kurz GWWK, die Nutzung der Technik vorantreiben – sie möchte dazu überall im Land umweltbewegte Menschen zusammenführen, die gemeinsam solche Anlagen finanzieren und aufbauen. Das scheint anzukommen: Nach sieben Monaten waren 100 private Geldgeber für ein erstes Kraftwerk im Kanton Aargau gefunden, 300.000 Franken kostete es. In Schöftland generiert die Pilotanlage am Flüsschen Suhre, einem Nebenfluss der Aare, nun genügend Strom für immerhin 25 Haushalte oder rund 60 Personen. Das Potenzial könnte aber noch viel größer sein: Bis zu 40.000 Standorte seien allein im Alpenland geeignet, heißt es von der GWWK.
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