24.08.2007 00:12
Das US-amerikanische Institute for Policy Innovation (IPI) hat Berechnungen über Auswirkungen der weltweiten "Musikpiraterie" für die US-Wirtschaft angestellt. Nach der nun vorgelegten Studie (PDF-Datei) "The True Cost of Sound Recording Piracy to the U.S. Economy" beträgt der jährlich durch illegale Musikverbreitung entstehende Gesamtschaden schätzungsweise 12,5 Milliarden US-Dollar. Vor knapp einem Jahr hatte sich das Institut bereits der Filmmwirtschaft gewidmet und hier der gesamten US-Wirtschaft einen Schaden über 20,5 Milliarden US-Dollar attestiert. Die in dieser Studie angewandte Methode kam auch in den Betrachtungen zur Musikindustrie zum Zug.
Als Berechnungsmodell diente dem IPI das Regional Input-Output Modeling System (RIMS II) des US Bureau of Economic Analysis, das Einkommens- und Beschäftigungseffekte auch in fremden Branchen berücksichtigt. Dieses Modell wurde unter anderem mit geschätzten Zahlen gefüttert, die der Internationale Phonoverband IFPI vergangenes Jahr vorgelegt hat. Der berechnete Schaden setzt sich zusammen aus den "direkten" Verlusten in Höhe von 5,3 Milliarden US-Dollar, die den Musikproduzenten durch entgangene Umsätze entstehen. Es hätten in der Musik-Branche 26.860 sowie 44.200 weitere Arbeitsplätze in anderen Branchen entstehen können. Die entgangenen Löhne summieren sich laut Studie auf insgesamt 2,7 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen fehlende Steuereinnahmen von 422 Millionen US-Dollar.
Das IPI wurde 1987 vom damaligen republikanischen Repräsentantenhausmitglied Dick Armey gegründet. Ziel ist es, dem Gesetzgeber mit der Erforschung, Entwicklung und Verbreitung überparteilicher Problemlösungsansätze zur Seite zu stehen. Ein geeigneter Rechtsrahmen soll für die Sicherstellung und den Ausbau des Wohlstands sorgen. Das Institut distanziert sich ausdrücklich vom Begriff Lobbyarbeit, behält aber die Namen derjenigen, die dem IPI Spenden zukommen lassen, für sich. Im Kartellverfahren der EU-Kommission gegen Microsoft war das IPI 2005 vom EU-Gerichtshof erster Instanz als offizieller Unterstützer des Softwarekonzerns abgelehnt worden.
(anw)
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