14.03.2011 14:55
Studie: US-Nachrichtenmedien haben ihr Schicksal nicht mehr selbst in der Hand
Die Situation der Nachrichtenmedien in den USA hat sich 2010 gegenüber 2009 gebessert, aber die Medien haben ihr Schicksal nicht mehr selbst in der Hand. Das geht aus dem Bericht "The State of the News Media" des Pew Project for Excellence in Journalism hervor, der nun zum achten Mal erschienen ist. Nach zwei Jahren der Entbehrungen habe sich der größte Teil der Branche zu erholen begonnen – mit Ausnahme der Tageszeitungen. In den dortigen Newsrooms säßen nun 30 Prozent weniger Redakteure als noch im Jahr 2000.
Im vergangenen Jahr habe nach Lesern und Werbeumsätzen gerechnet der Konsum von Nachrichten im Internet den von Zeitungen gelieferten Inhalten erstmals überholt. Wichtiger aber noch sei eine andere Entwicklung, sagen die Autoren, die dem Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center angegliedert sind: Zwar produzierten nach wie die Nachrichtenmedien die Inhalte, doch durch den technischen Fortschritt seien bei der Vermittlung der Inhalte auch neue Marktteilnehmer hinzugekommen.
Im Internet seien die professionellen Nachrichtenmacher von Netzwerken abhängig, um Werbung treiben zu können. Die potenzielle Leserschaft werde zunehmend von News-Aggregatoren wie Google News und Social Networks herangeschafft. Und da Nachrichten auch immer mehr unterwegs konsumiert werden, spielen Gerätehersteller wie Apple und Softwareentwickler wie Google ebenfalls eine immer größere Rolle bei der Inhalte-Verbreitung. Diese neuen Marktteilnehmer knapsen sich ihren Teil vom Umsatz ab und kontrollierten zudem die Kundendaten.
Die traditionellen Newsrooms sehen nach Ansicht der Meinungsforscher nun anders aus als noch vor der Rezession. Sie sind nicht nur kleiner geworden, in ihnen sitzen nun auch jüngere, lernbereite und für die Präsentation ihrer Inhalten moderner Technik aufgeschlossene Menschen. Dadurch ergebe sich wohl eine experimentierfreudige Atmosphäre, aber auch eine, die von finanziellen Unwägbarkeiten bestimmt ist. Es gebe aber auch Befürchtungen, dass sich Ansichten wie die des Medienökonomen Robert Picard bewahrheiten, der schon seit einiger Zeit eine fortschreitende "Dequalifikation" und "Deprofessionalisierung" des Journalismus sieht.
(anw)









