15.06.2009 14:16
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Einer aktuellen Studie des Versandhauses Quelle zufolge kaufen immer mehr deutsche Internetnutzer auch online ein: Binnen zwei Jahren ist der Anteil der Verbraucher, die in Onlineshops einkaufen um mehr als 28 Prozent auf über 97 Prozent gestiegen. Dies hat das Marktforschungsunternehmen Innofact im Rahmen der Quelle Webshoppingstudie 2009 ermittelt. Dazu wurden im April dieses Jahres gut 1000 "sich im Internet tummelnde" Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren online befragt.
97,4 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, innerhalb der zurückliegenden 12 Monate mindestens einmal online eingekauft zu haben. Der Anteil der Käufer, die mindestens 20 Bestellungen pro Jahr aufgeben, kletterte von knapp 16 auf über 24 Prozent. Nicht ganz die Hälfte der Befragten (44,3 Prozent) haben dabei mehr Geld ausgegeben als im Jahr zuvor. Die Wirtschaftskrise scheint die Einkaufslaune der Verbraucher bisher nicht zu trüben: jeder zweite Käufer investierte bei seinen Bestellungen zwischen 100 und 500 Euro – fast 12 Prozent gaben sogar über 1000 Euro aus. Außerdem gehen die Befragten mehrheitlich davon aus, dass der Konsum im Internet in den nächsten fünf Jahren weiter zunehmen wird.
Die Gründe für die wachsende Beliebtheit des Shoppings im Internet liegen auf der Hand: Die meisten Verbraucher tun es, weil es bequem ist (93 Prozent) und sie unabhängig von Ladenöffnungszeiten einkaufen können (92,2 Prozent). Geschätzt wird zudem die große Auswahl und die Möglichkeit, die eigene Kaufentscheidung in Ruhe zu Hause überdenken zu können. Über 82 Prozent der Umfrageteilnehmer sind außerdem überzeugt, dass die Preise beim Webshopping günstiger sind.
In dem Maße, wie das Einkaufen per Internet beliebter wird, steigen allerdings auch die Ansprüche der Verbraucher an den Onlinehandel. Eine Mehrheit von über 91 Prozent erwartet beim Webshopping ein günstigeres Preis-Leistungsverhältnis. Eine große Produktauswahl, ein einfacher Bestellvorgang sowie verschiedene unkomplizierte Bezahlvarianten sollten ebenso geboten sein.
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Bei der konkreten Auswahl eines Onlineshops kommen dann allerdings auch Faktoren wie die Sicherheit und der Datenschutz zum Tragen – immerhin ein Viertel der Umfrageteilnehmer misst diesen Kriterien eine größere Bedeutung zu. Wer gute Erfahrungen bei einer Bestellung gemacht hat, kauft wahrscheinlich beim nächsten Mal wieder im gleichen Shop. 23 Prozent der Befragten stuften die eigenen Einkaufserfahrungen als bedeutsames Auswahlkriterium ein – auf die Empfehlungen anderer verlassen sich hingegen nicht einmal fünf Prozent.
Allerdings variiert die Einschätzung von Kundenbewertungen bei der Kaufentscheidung für ein bestimmtes Produkt in den einzelnen Altersklassen stark. Während sich im Durchschnitt weniger als 17 Prozent der Käufer von den Beurteilungen anderer Kunden lenken lassen, sind es in der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre über 27 Prozent. Kundenbewertungen sind aber generell die wichtigste Quelle (über 50 Prozent) wenn es um Informationen zu Produkten geht. Produktempfehlungen interaktiver Verkaufsberater oder aber aus Basis der Kaufhistorie interessieren nur eine Minderheit der Umfrageteilnehmer.
Optimierungsbedarf sehen die Verbraucher hinsichtlich der Sicherheit in den Onlineshops sowie in Sachen persönliche Beratung. Jeweils über 40 Prozent der Befragten führten diese Punkte als die markantesten Defizite vieler Webshops an. Der häufigste Grund (44,6 Prozent) für den Abbruch eines bereits eingeleiteten Bestellvorgangs waren undurchsichtige Angaben zu den Zahlungsmodalitäten. Gut einem Drittel der Umfrageteilnehmer kamen auch schon Probleme mit der Verfügbarkeit der jeweiligen Webseite in die Quere – oder der Ladevorgang der Webseite dauerte ihnen einfach zu lange. 32 Prozent war der Bestellvorgang insgesamt zu kompliziert.
Der Fürther Versandhändler Quelle zählt seit vergangenem Jahr auch im Internet zu den größten Anbietern hierzulande. Mit Platz drei hinter eBay und Amazon will sich das Traditionsunternehmen aber nicht zufrieden geben. Wie beim Hamburger Konkurrenten Otto, bei dem inzwischen der Onlinehandel das Kataloggeschäft überholt hat, sieht auch Quelle die Zukunft im Internet. Um das eigene Produktsortiment im Web auf noch breiterer Basis verfügbar zu machen, hatte Quelle erst kürzlich eine Initiative angekündigt: Das Konzept QStores soll Internetnutzer als neue Online-Vertriebspartner gewinnen. (Matthias Parbel)
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