16.01.2009 14:24
Der Stop-Motion-Film "Mary and Max" dreht sich um die Brieffreundschaft zweier sehr unterschiedlicher Charaktere.
Bild: Melodrama Pictures
Am gestrigen Donnerstag fiel im US-amerikanischen Park City der Startschuss zum renommierten Sundance-Filmfestival. Als Eröffnungsfilm wurde "Mary and Max" gezeigt, eine Stop-Motion-Produktion des australischen Regisseurs Adam Elliot. Der komplette Film wurde mit digitalen Canon-Spiegelreflexkameras aufgenommen.
Bei der Eröffnungsrede des Festivals, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert, betonte Sundance-Chef Robert Redford, dass ökonomisch schlechte Zeiten für die Kunst sehr produktiv sein können. Er versicherte den Zuschauern, dass das Sundance-Festival weiterhin eine Plattform für ungewöhnliche, überraschende Filme sein wird. Und tatsächlich: Zumindest die Charaktere von "Mary and Max" sind ungewöhnlich. Mary, gesprochen von Toni Collette, ist ein einsames, pummeliges Mädchen, Max ein 44-jähriger stark übergewichtiger Mann mit Asperger-Syndrom. Gesprochen wird Max von Oscar-Gewinner Philip Seymour Hoffman. Trotz der äußerlichen Ähnlichkeit zu familienfreundlichen Stop-Motion-Produktionen wie "Wallace & Gromit" ist "Mary and Max" beileibe kein Kinderfilm. Thematisiert wird unter anderem Autismus, Taxidermie, Alkoholismus, Kleptomanie und Agoraphobie. "Mary and Max" ist Anfang Februar auch auf der Berlinale zu sehen.
Bei der Gestaltung des düsteren Freundschaftsfilms kam keinerlei Computergrafik zum Einsatz – Regen realisierten die Macher mit Angelschnur, Feuer mit roter Folie, Wasser mit Gleitmittel.
Bei der Aufnahme half der Rechner jedoch: Regisseur Elliot setzte die mit 4K-Auflösung (10 Megapixel) im RAW-Format aufgenommenen Einzelbilder mit der Software Stop Motion Pro zusammen, außerdem kam für die Post-Produktion ein eigens für den Film programmiertes Content-Management-System zum Einsatz. Die Produktion dauerte über 57 Wochen.
Das Sundance-Festival läuft noch bis zum 25. Januar. Insgesamt werden 118 Lang- und 96 Kurzfilme gezeigt.
(Jan-Keno Janssen)
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(jkj)
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