07.08.2009 18:33
Die Vakuumröhren des LHC-Systems sind fast 27 Kilometer lang.
Bild: CERN
Der größte von Menschen geschaffene Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) ist nach Angaben des Europäischen Kernforschungszentrums CERN repariert und soll im November wieder in Betrieb gehen. Zuletzt habe man Belastungstests an den Kupferstabilisatoren der rund 10.000 Stromschienen durchgeführt, die die supraleitenden Magneten verbinden. Diese Tests seien alle positiv verlaufen, erklärte CERN-Generaldirektor Rolf Heuer.
Bei einem Vorfall im vergangenen September hatte eine durchgeschmorte elektrische Schaltverbindung zwischen zwei Magneten einen mechanischen Defekt im Heliumsystem verursacht, das die Magnete im Betrieb auf 1,9 Kelvin herunterkühlen muss, um ihre Supraleitfähigkeit zu gewährleisten. Als Folge trat etwa eine Tonne Helium in den unterirdischen Beschleunigerring aus und die Anlage musste nach nur neun Tagen in Betrieb komplett abschaltet werden.
Bei den anschließenden Untersuchungen wurden weitere defekte Schaltverbindungen entdeckt, die getauscht werden mussten. Generaldirektor Heuer zeigte sich am Freitag in Genf aber zuversichtlich, dass die Anlage im kommenden Winter und 2010 reibungslos laufen werde. Zunächst soll mit einer gedrosselten Energie von 3,5 TeV pro eingeleitetem Protonenstrahl gearbeitet werden, um weitere Erfahrungen mit dem LHC-System zu sammeln.
Sind verwertbare Daten vorhanden, soll die Energie später auf 5 TeV pro Strahl erhöht werden. Erste Kollisionen von Bleiionen sollen Heuers Angaben zufolge ab Ende 2010 untersucht werden. Anschließend werde die Anlage heruntergefahren und auf 7 TeV vorbereitet. Von den Kollisionen gegenläufiger Teilchenstrahlen versprechen sich die Forscher Antworten auf ungeklärte Fragen der Elementarteilchenphysik – etwa den Nachweis des Higgs-Bosons, eines bisher hypothetischen Teilchens, das im Standardmodell der Elementarteilchenphysik vorhergesagt wird. (Peter-Michael Ziegler)
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(pmz/c't)
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