04.02.2010 14:41
Der am Europäischen Kernforschungszentrum CERN betriebene größte Teilchenbeschleuniger der Welt, der Large Hadron Collider (LHC), wird vorerst nur mit halber Kraft laufen. Das berichtet die Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science. Demnach soll der Beschleuniger, von dem sich die Wissenschaftler unter anderem den ersten Nachweis des so genannten Higgs-Bosons erwarten, zunächst voraussichtlich bis Ende 2011 mit maximal sieben Teraelektronenvolt Schwerpunktsenergie laufen. Danach sollen in einer etwa ein Jahr lang dauernden Umbauphase die Verbindungen zwischen den supraleitenden Magneten ausgetauscht werden. Erst dann werde der Beschleuniger mit den ursprünglich geplanten 14 TeV betrieben. Ursprünglich war laut Science geplant, bereits in diesem Jahr auf 70 Prozent der maximal möglichen Energiewerte zu kommen.
Die Betreiber der rund vier Milliarden Euro teuren Maschine werden von einer Pannenserie geplagt: Im September 2008 musste der Beschleuniger nur wenige Tage nach der Inbetriebnahme wegen einer defekten Verbindung zwischen den supraleitenden Magneten abgeschaltet werden. Die Reparaturarbeiten in dem rund 27 Kilometer langen Tunnel dauerten etwa ein Jahr.
Der LHC soll dabei helfen, das so genannte Standardmodell der Teilchenphysik, das den innersten Aufbau der Materie beschreibt, zu bestätigen beziehungsweise zu erweitern. Das Modell gilt zur Zeit noch als unvollständig, weil es von einem masseerzeugenden Mechanismus ausgeht, der in Versuchen noch nicht abgesichert werden konnte.
(wst)
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