28.02.2008 18:07
Seit zehn Jahren ist Tele2 in Österreich auf dem Markt. Zu feiern gibt es angesichts einer schwachen Jahresbilanz allerdings nicht viel. "Es war ein Jahr der Transformation der Geschäftsmodelle", sagte CEO Robert Hackl heute in Wien. Das Unternehmen setzt nun auf die Erbringung von Breitbanddiensten mit eigener Infrastruktur. Es hat mit Stand März 2008 bereits 234 Wählämter (Vermittlungsstellen) entbündelt und erreicht darüber 62 Prozent aller österreichischen Haushalte. Im Breitbandbereich wird es auch keine weiteren signifikanten Preissenkungen geben, glaubt Hackl.
Die über Preselection und Call by Call bedienten Kunden sind hingegen margenschwach und werden täglich weniger. "Die Fixed to Mobile Substitution geht auch an uns nicht spurlos vorbei", so der Manager. Gleichzeitig ist das Mobilfunk-Engagement nicht von Erfolg gekrönt. "Das Geschäftsmodell MVNO (Mobile Virtual Network Operator) ist nicht profitabel betreibbar in Österreich", meinte Hackl. Der Mobilfunk-Geschäftsbereich mit noch 120.000 Kunden sollte daher vergangenes Jahr an den Konzern Telekom Austria verkauft werden, doch die wettbewerbsrechtliche Prüfung läuft noch. Derzeit ist das Verfahren beim Kartellgericht anhängig, der Tele2-Chef erwartet eine Genehmigung im März.
Die Gesamtmenge der Kunden ist im vergangenen Jahr um ein Zehntel auf 900.000 geschrumpft. Die Zahl der von Tele2 entbündelten Leitungen hat sich jedoch auf 150.000 verdoppelt. Der Umsatz ist von 300 Millionen auf 280 Millionen Euro gefallen, die Investitionen sind von 13 auf 20 Millionen gestiegen. Auch der Mitarbeiterstab ist von 370 auf 401 Vollzeitäquivalente gewachsen. Unbestätigten Informationen zufolge wurde nach einem kleinen Gewinn 2006 im Jahr 2007 nur ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht. (Daniel AJ Sokolov) / (Daniel AJ Sokolov)
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(anw)
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