15.04.2009 08:16
Masatami Takimoto, Executive Vice President bei Toyota und als Forschungsleiter unter anderem für die Antriebstechnik zuständig, sieht die Zukunft der Automobilindustrie nur teilweise im reinen Strombetrieb. "Wir müssen das Auto nochmals neu erfinden, weil keine der Alternativen so ideal zu sein scheinen wie Öl", sagte Takimoto im Interview mit Technology Review. Elektrofahrzeuge würden zwar oft als die Zukunft des Automobils gepriesen, "doch meiner eigenen Meinung nach kann ein rein elektrisches Fahrzeug als kommerzielles Produkt wahrscheinlich nur in Form eines sehr kleinen Autos für Pendler bestehen". Ansonsten sei die Technik "nicht universell einsetzbar", so Takimoto, der damit vor allem die fehlende Reichweite aktueller Stromer meinte.
Die Zukunft liegt für den langjährigen Toyota-Manager deshalb in einer Kombination mehrerer Antriebe, wie sie Toyota mit seinen Hybridfahrzeugen bereits auf den Markt gebracht hat. Aber auch Brennstoffzellenautos mit Wasserstoffantrieb hält er für eine noch immer interessante Alternative. "Sowohl Strom für Elektrofahrzeuge als auch Wasserstoff für Brennstoffzellenautos können mit jeder Primärenergiequelle produziert werden. Vom Standpunkt der Energiesicherheit her sind beide also wünschenswerte Varianten." Allerdings müsse geprüft werden, wie sich Wasserstoff und Strom ohne großen CO2-Ausstoß produzieren ließe.
Bezüglich der Zukunft der Automobilindustrie sagte Takimoto, er hoffe, dass in Zukunft wieder mehr Nachwuchs ingenieurtechnische Berufe ergreife. "Es gibt derzeit nur wenige junge Leute, die sich für Maschinenbau und Mechanik interessieren – und das macht mir wirklich Sorgen. Die Leute sprechen über Software-getriebene Produkte. Software kann zwar Hardware kontrollieren, doch man erfindet kein gutes Produkt, wenn man nur die Software studiert."
Das ganze Interview mit Toyota-Manager Takimoto in Technology Review online:
(Ben Schwan)
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(bsc/TR)
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