26.08.2010 19:26
Toyota bietet für sein Hybridfahrzeug Prius einen akustischen Signalgeber an, der Fußgänger auf das Auto aufmerksam machen soll, wenn es sich im rein elektrischen Fahrbetrieb befindet. Das System ist ab September 2010 zunächst nur in Japan und nur für die aktuelle dritte Generation des Prius erhältlich. Nach Herstellerangaben kostet die Nachrüstlösung umgerechnet rund 120 Euro, zuzüglich 200 Euro für den Einbau.
Im rein elektrischen Betrieb ist der Prius unter 25 km/h kaum zu hören.
Bild: heise Autos
Der Prius III ist mit einem Hybridantrieb bestehend aus Benzin- und Elektromotor ausgestattet – abhängig von Lade- und Fahrzustand schaltet der Wagen den Verbrennungsmotor selbsttätig an oder aus. Bei Geschwindigkeiten unter 25 km/h sind elektrisch angetriebene Autos nahezu lautlos unterwegs, was für Irritationen bei anderen Verkehrsteilnehmern sorgen kann. Vor allem für Sehbehinderte, die darauf trainiert sind, Fahrzeuge mit dem Gehör zu orten, können sie zur Gefahr werden.
Das synthetische Motorgeräusch steigt je nach Geschwindigkeit bis auf maximal 55 dB an, um die Entfernung und das Tempo, mit dem sich das elektrische Fahrzeug nähert, erkennbar zu machen. Ein auf der japanischen Website des Autokonzerns verfügbares Video vermittelt einen Eindruck von dem "Motorgeräusch".
Bei höheren Geschwindigkeiten unterscheiden sich Elektroautos hingegen kaum von ihren Pendants mit Verbrennungsmotor. Dann sind die Abrollgeräusche lauter als der Antrieb, erläutert Toyota. Daher wird der Tongeber bei Geschwindigkeiten über 25 km/h abgeschaltet. Ferner kann der Fahrer das Signalgeräusch auch manuell deaktivieren. Beim nächsten Start des Fahrzeugs wird er automatisch wieder aktiviert.
Wann das Unternehmen das System auch in anderen Ländern anbietet, hänge von den jeweils vor Ort geltenden Gesetzen ab und werde derzeit noch geprüft, heißt es bei Toyota. Als Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem kalifornischen Elektroauto-Pionier Tesla Motors dürfte der Bedarf an akustischen Signalgebern künftig steigen. Schon vor zwei Jahren hatte Lotus Engineering auf Anregung britischer Blindenorganisationen ein vergleichbares System in einem Prius-Modell vorgeführt. Toyota erklärte gegenüber heise Autos am Donnerstag, dass es sich bei dem neuen System jedoch um eine Eigenentwicklung des japanischen Konzerns handele.
(ssu)
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